Durch das 1:2 gegen den SC Velbert ist der Abstieg des TV Jahn Hiesfeld aus der Fußball-Oberliga praktisch besiegelt

Von Gerard Dombrowski

Wenn am Sonntagnachmittag vor dem Anpfiff noch ein Funken Hoffnung darauf bestand, dass die Fußballer des TV Jahn Hiesfeld in der kommenden Saison in der Oberliga spielen, dann ist er in der Nachspielzeit der Partie gegen den SC Velbert erloschen. Als Leon Fritsch nach 93 Minuten den 2:1 (1:1)-Siegtreffer für die Gäste erzielte, war der Abstieg der „Veilchen“ praktisch besiegelt. Rechnerisch sind die neun Punkte Rückstand auf den derzeit geretteten SC Düsseldorf-West zwar in den letzten drei Spielen aufzuholen, dazu kommt aber noch ein um 17 Treffer schlechteres Torverhältnis. Auch Union Nettetal, das als Viertletzter eventuell in die Relegation dürfte, falls der SV Straelen in der Regionalliga bleibt, liegt neun Zähler vor dem TV Jahn – und ist um sieben Tore besser.

Entsprechend deprimiert standen Trainerstab und Spieler auf dem Rasen, als Schiedsrichter Sven Heinrichs das Resultat mit einem kräftigen Pfiff final bestätigt hatte. Die Blicke gingen ins Leere, Trainer Markus Kay versuchte in Worte zu fassen, was jeder dachte: „Wir sind nicht wegen dieses einen Spiels abgestiegen, aber wir haben es so verloren, wie große Teile der Saison verlaufen sind.“ Neunzig Minuten als Spiegelbild für mittlerweile 24 von 31 Partien, in denen kein Sieg gelang. „Es lag nicht immer an der spielerischen Qualität“, analysierte Kay, „aber wir machen die ein, zwei hochprozentigen Chancen nicht rein und dafür hinten fahrlässige Fehler“.

Hülsemann ging schimpfend davon
Tatsächlich war der TV Jahn Hiesfeld dem letztjährigen Aufsteiger, der nun acht Punkte vor den Abstiegsplätzen rangiert, weitgehend ebenbürtig, was in einer Partie, die mäßig begann und nach der Pause zusehends verflachte, aber keine allzu schwere Aufgabe darstellte. Gino Mastrolonardos feiner Treffer zum 1:0 mit einem Schuss aus der Drehung ins lange Eck (21.) bot den Optimisten im Hiesfelder Lager dann auch noch den Stoff, aus dem die Träume für den Klassenerhalt sind. Doch der früh eingewechselte Ferhat Mumcu (35.) und Leon Fritschs spätes Erfolgserlebnis zerstörten alle theoretischen Spielereien, da im Verlauf der zweiten Halbzeit weder Kevin Menke noch Gino Mastrolonardo vor dem Velberter Tor die Gelegenheiten nutzten, ihre Elf auf die Siegerstraße zu bringen.

Während die Protagonisten vom Spielfeld in die Kabine schlichen, hatte ihr oberster Vorgesetzter unterdessen schon längst das Weite gesucht. Vereinschef Dietrich Hülsemann verließ das Hiesfelder Stadion direkt nach dem Abpfiff laut schimpfend. Wer den schon in der Vergangenheit nicht selten impulsiv agierenden Präsidenten kennt, ahnt, dass dies nicht die einzige Reaktion auf den bevorstehenden Abstieg bleibt. Es sind ungemütliche Zeiten bei den „Veilchen“.

Quelle: NRZ vom Montag, 13. Mai 2019