Der TV Jahn Hiesfeld gewinnt das Oberliga-Kellerduell gegen den VfB Speldorf mit 2:1 (1:1). Tore von Dedemen und Pakowski. Comeback von Michael Ohnesorge

Von Sandra Goldmann

Ein Zuschauer sprach beim Verlassen des Stadions Am Freibad erleichtert aus, was wohl viele Beobachter gedacht haben dürften: „Für die Seele war das mal wieder richtig gut.“ Der 2:1 (1:1)-Sieg im Kellerduell gegen den VfB Speldorf ging den Oberliga-Fußballern runter wie Öl.

Sechs Spiele hatten die Veilchen auf einen Drei-Punkte-Erfolg warten müssen, der letzte Sieg datiert immerhin schon auf den 17. März (3:2 gegen den VfB 03 Hilden). Mit dem Heimsieg gegen Speldorf gaben die Veilchen noch einmal ein Lebenszeichen ab. „Die Botschaft lautet: Wir sind erst abgestiegen, wenn wir abgestiegen sind“, nahm Trainer Markus Kay den engagierten Auftritt seiner Mannschaft zufrieden zur Kenntnis. Im Vergleich zur Niederlage gegen Essen am Ostermontag zeigten sich die Hiesfelder, bei denen Michael Ohnesorge sein Comeback gab, leicht verbessert und weniger fehleranfällig. Die erste Chance verbuchten die Hausherren. In der zehnten Minute behauptete Nicolai Pakowski einen langen Ball, zwang Mülheims Schlussmann Leon Nevian bereits in die Knie, zielte aber knapp am linken Pfosten vorbei.

Geschenktes Gegentor
Besser machte es Narsullah Dedemen wenig später – und wieder war Pakowski beteiligt. Der junge Angreifer spielte einen feinen Pass in die Tiefe auf den emsigen Gino Mastrolonardo, der im Strafraum mit Übersicht auf den mitgelaufenen Dedemen ablegte – 1:0. „Wir zeigen ja in allen Spielen immer wieder, dass wir in der Lage sind, schnell zu kombinieren und schön vor das Tor zu kommen“, so Kay.

Die Hiesfelder waren die aktivere Mannschaft, schenkten Speldorf dann aber den Ausgleich. Nach einer Hereingabe ließ Kenneth Hersey den Ball unglücklich nach vorne abklatschen. Barkin Cömert ließ sich nicht zweimal bitten und staubte zum 1:1 (31.) ab. Der Tabellenvorletzte kam besser ins Spiel und Hiesfeld hatte Glück, dass der wuchtige Schuss von Abdul Yussif (52.) an die Latte krachte. Dann aber schlug das Herz der Hiesfelder doch noch einmal höher. Kevin Kolberg und Nicolai Pakowski stellten sich nach Foul an Dedemen in aussichtsreicher Position zum Freistoß auf. Pakowski war es, der letztlich mit feiner Technik zum 2:1 (58.) einschoss.

Die Führung hätte gut und gerne noch höher ausfallen können, doch Mastrolonardo, Dedemen, Kolberg und in der Schlussminute auch Kevin Menke vergaben ihre Chancen. Weil auch die Mülheimer Gäste nicht tatenlos waren, blieb es spannend. Der gute Kenneth Hersey rettete mehrfach in höchster Not. „Egal ob schön oder dreckig, der Sieg zählt“, wollte Lehrer Markus Kay seinem Team zwar keine Bestnoten geben, freute sich aber dennoch über das Lebenszeichen. Der Sieg war auch Balsam für die geschundene Teamseele.

Quelle: NRZ vom Montag, 29. April 2019