Nach dem 0:2 bei Schwarz-Weiß Essen haken die Hiesfelder den Klassenerhalt endgültig ab

Von Sandra Goldmann

Geschundene Körper, hängende Köpfe – es war ein Bild, das so gar nicht recht zum sonnigen Ostermontag passen wollte, und doch die Situation des TV Jahn Hiesfeld nach dem 0:2 (0:0) im Nachholspiel bei ETB Schwarz-Weiß Essen nicht treffender hätte beschreiben können. Nach Abpfiff sanken die „Veilchen“ im Mittelkreis nieder, erschöpft und ernüchtert. Obwohl der Klassenerhalt in der Fußball-Oberliga rein rechnerisch noch möglich wäre, glaubt in Hiesfeld niemand mehr an den Verbleib in der Liga. Teammanager Thomas Drotboom jedenfalls begrub nach der Niederlage im Essener Süden alle Hoffnungen. „Der Weg wird wohl jetzt mit dem Abstieg enden. Wir hätten hier gewinnen müssen, um eventuell noch einmal in Schlagdistanz zu kommen. Das hat sich jetzt erledigt.“

Der Einsatz stimmt
Nach dem desaströsen 3:7 beim FSV Duisburg zeigten die Hiesfelder gegen ETB zumindest eine Reaktion. Einsatz und Wille schienen zu stimmen, einzig Kraft und hin und wieder auch die fußballerische Klasse fehlten den Gästen. Mit unzähligen einfachen Ballverlusten machten sich die „Veilchen“ das Leben selbst unnötig schwer. Weil ihnen dazu oft auch die Präzision abhanden gekommen war, strahlten die Dinslakener zunächst nur wenig Gefahr aus. „Das ist sicher auch unserer Personalsituation geschuldet“, fand Drotboom. Die ersten Chancen verbuchte Essen. Nach schnellem Angriff und schöner Ballstafette tauchte Alessandro Tomassello vor dem Jahn-Tor auf, brachte aber aus kurzer Distanz nicht genug Druck hinter den Ball, um Keeper Kenneth Hersey zu prüfen. Kurz darauf wollte Marvin Ellmann (nach Ballverlust von Ekin Yolasan) im Getümmel einen Elfmeter haben und in den Folgeminuten musste Hersey gleich mehrfach retten. Immer wieder erspielten sich die Essener hervorragende Möglichkeiten. „Die erste Halbzeit ging ganz klar an ETB“, sagte Drotboom. Die erste ganz dicke Möglichkeit für Jahn verbuchte Narsullah Dedemen (50.), dessen Abschluss nach Zuspiel von Niko Pakowski nur knapp zur Ecke geklärt werden konnte. Jubeln durften trotzdem die Hausherren. In Überzahl (Ekin Yolasan, der kurz darauf ausgewechselt werden musste, wurde an der Seitenlinie behandelt) traf Alessandro Tomassello mit einem strammen Schuss in den Winkel. „Ein sehr schönes Tor. Um den Schuss zu halten, ist unsere Torwart leider zehn Zentimeter zu klein“, so Drotboom. Statt den Gegner in der Schlussphase für dessen weiterhin mangelhafte Chancenverwertung zu bestrafen, legte Hiesfeld den Essenern mit einem zu kurz geratenen Rückpass (Philipp Demler) in den Nachspielzeit das 2:0 noch selbst auf. Drotboom: „Am Ende hat uns die Kraft gefehlt. Wir pfeiffen auf dem letzten Loch. Jetzt müssen wir positiv in die Zukunft blicken und die Saison möglichst vernünftig zu Ende bringen.“

Quelle: NRZ vom Dienstag, 23. April 2019