Beim Hiesfelder 1:2 gegen den 1. FC Bocholt schickt der Unparteiische den Teammanager hinter die Barriere

Von Philipp Stroetmann

Für den TV Jahn Hiesfeld wird es im Abstiegskampf der Fußball-Oberliga immer enger. Die 1:2 (0:0)-Niederlage gegen den Tabellendritten 1. FC Bocholt bedeutete für die Hiesfelder bereits die vierte sieglose Partie in Folge. Das Ergebnis war dabei deutlich knapper als der Spielverlauf. Die Gastgeber fanden offensiv kaum statt und versprühten nur selten Torgefahr, Bocholt hätte dagegen vor allem in der Schlussphase das Ergebnis in die Höhe schrauben können.

Die erste gefährliche Aktion hatten die Gäste nach zehn Minuten, als der völlig freistehende Niklas Möllmann einen Kopfball nach einer guten Flanke von der linken Seite an die Latte setzte. Im Gegenzug bekamen die „Veilchen“ etwa 30 Meter vor dem Tor einen Freistoß zugesprochen, den Kevin Kolberg mit einem Gewaltschuss an den linken Pfosten knallte. Dies sollte allerdings die einzig wirklich gefährliche Aktion der Gastgeber im ersten Durchgang bleiben. Die Bocholter waren in der Folge feldüberlegen, konnten sich aber auch keine zwingenden Gelegenheiten herausspielen.

So war das „Highlight“ der ersten Hälfte Hiesfelds Teammanager Thomas Drotboom, der von Schiedsrichter Tim Brüster hinter die Barriere geschickt wurde, nachdem er sich mehrfach lautstark über dessen Entscheidungen beschwert hatte. In Halbzeit zwei bauten die Bocholter dann immer mehr Druck auf, die erste Chance hatte Alexandros Armen, der nach einem langen Ball frei vor Hiesfelds Keeper Marian Ograjensek auftauchte, dann aber an diesem scheiterte. Auch die folgende Ecke wurde brandgefährlich, Ograjensek konnte einen Kopfball gerade eben mit einer Glanzparade an die Latte lenken, die Nachschüsse blockten die Hiesfelder Verteidiger mit vereinten Kräften.

In der 68. Minute war der Bann aus Sicht der Gäste gebrochen. Nach einer Flanke des starken Philipp Meißner stand Armen völlig frei und köpfte den Ball ins rechte untere Eck. Zehn Minuten später meldete sich auch der TV Jahn mal wieder zu Wort. Kolberg schoss aus 20 Metern einen Freistoß zentral aufs Bocholter Tor, den Keeper Jonas Wenzel nicht festhalten konnte, doch kein Hiesfelder konnte den Abpraller verwerten. In der 81. Minute leistete Abdoulaye Sakho seiner Mannschaft einen Bärendienst, als er mit einer überharten Grätsche Bocholts Kapitän Tim Winking abräumte, auch wenn er vorher noch den Ball traf. Brüster zückte ohne zu zögern die rote Karte.

Fünf Minuten später sorgte Andre Bugla nach einer schönen Kombination der Gäste für die Vorentscheidung, ehe Kevin Menke in der Nachspielzeit den Anschlusstreffer erzwang, als Tim Winking beim Versuch, Menkes Lupfer zu klären, an die Unterkante der Latte köpfte, von wo aus der Ball ins Tor sprang.

„Gegen zwölf Mann kannst du nicht gewinnen“, echauffierte sich Drotboom über den Auftritt des Schiedsrichters, dessen Entscheidung für die rote Karte er nicht nachvollziehen konnte. „Wir haben gar nicht schlecht gespielt und gut dagegengehalten. Wir laufen zurzeit auf der letzten Felge“, befand der Teammanager mit Blick auf die dünne Personaldecke.

Nichtsdestotrotz muss im Kellederduell beim Schlusslicht FSV Duisburg am kommenden Donnerstag unbedingt ein Sieg her. Sonst hat sich das Thema Klassenerhalt für den TV Jahn wohl ziemlich schnell erledigt.

Quelle: NRZ vom Montag, 15. April 2019