Fußball Oberligist verliert 1:2 (0:2). Schwache Anfangsphase wird doppelt bestraft. Elfmeter in der Nachspielzeit verwehrt

Von Sandra Goldmann

Der letzte Aufreger passierte in der allerletzten Minute. Genauer gesagt in der vierten Minute der Nachspielzeit. Da kochten die Emotionen im Spiel zwischen Ratingen 04/19 und dem TV Jahn Hiesfeld in der Fußball-Oberliga noch einmal hoch. Elfmeter oder nicht? Schiedsrichter Laurin Titze beantwortete die Frage mit einem „Nein“ und so blieb es beim 2:1 (2:0) für Ratingen.

Thomas Drotboom nahm die finale Szene mit einem gelassenen Schulterzucken. „Vielleicht war es ein Elfmeter, vielleicht auch nicht. Von der Bank aus konnte ich es schlecht sehen“, sagte der Hiesfelder Trainer ruhig, befand aber auch, „dass wir das Unentschieden durchaus verdient gehabt hätten.“

Die Chance, etwas Zählbares aus der Dumeklemmer-Stadt mitzunehmen, war da – auch wenn das nach gut 20 Minuten ganz anders ausgesehen hatte. Die Dinslakener waren zunächst schlecht in die Partie gekommen. Die starken Gastgeber dominierten und setzten in der 20. Minute das erste dicke Ausrufezeichen. Einen dummen Ballverlust im Hiesfelder Aufbauspiel nutzte der aktive und technisch starke Fatih Özbayrak, machte sich auf der linken Seite auf und davon und schloss aus spitzem Winkel ins untere Eck ab. Schönes Tor. Noch viel schöner machte es Özbayrak nur zwei Minuten später. Kurzes Dribbling, Traumschuss, Traumtor – 2:0. Dem Kracher aus gut und gerne 25 Metern musste sogar Thomas Drotboom in der Nachbetrachtung mit einem Sternchen versehen. „Tolles Tor, absoluter Sonntagsschuss.“

Auf der Linie gerettet
Ansonsten aber konnte sich Drotboom auf Lob für sein Team beschränken. Nach dem doppelten Tiefschlag kamen die Dinslakener deutlich besser ins Spiel und mehrfach gefährlich vor das Ratinger Tor. Richtig Alarm machten die in grau und orange gekleideten Gäste dann in der 42. Minute. Erst probierte es Narsullah Dedemen mit einem tiefen Flugkopfball, der geklärte Versuch landete dann bei Kevin Krystofiak, dessen satter Schuss allerdings erstklassig von Ratingens Abwehrmann Fynn Leon Eckhardt auf der Linie geklärt werden konnte. „Wir hätten zur Pause schon führen können“, fand Drotboom. Aber auch 04/19 hatte Chancen. Die beste verzeichnete der Ex-Gladbacher Moses Lamidi in der 45. Minute.

Nach dem Seitenwechsel ärgerten sich die Ratinger Fans immer wieder über diese vergebene Großchance, denn der TV Jahn blieb spielbestimmend. Der verdiente Anschlusstreffer fiel früh (47.). Nicolai Pakowski traf vom Punkt, nachdem 04/19-Schlussmann zuvor Kevin Menke von den Beinen geholt hatte. Apropos Menke: der Torjäger war erst zur 41. Minute im Stadion eingetroffen. „Er hatte eine familiäre Verpflichtung. Kann sein, dass es da heute Abend zuhause noch Palaver gibt“, fürchtete Drotboom, der noch viele gute Chancen, aber kein Tor seiner Mannschaft mehr sah. „Ich bin trotzdem nicht unzufrieden. Man sieht, die Mannschaft lebt.“

Quelle: NRZ vom Montag, 25. März 2019