Der 4:3-Erfolg des Vorletzten beim Zweiten Sportfreunde Baumberg gibt dem Abstiegskandidaten in der Oberliga neue Hoffnung

Es war eines dieser Spiele, die in einer Saison einen Wendepunkt darstellen können. Eines der Spiele, an die man als Trainer grne noch einmal erinnert, wenn es einmal nicht wie gewünscht läuft. In denen der Blick in den Abgrund schon aus kurzer Entfernung möglich war, der Sturz aber ausblieb. Und am Ende gab es nach dem 4:3 des TV Jahn Hiesfeld, des Vorletzten der Oberliga, beim Zweiten Sportfreunde Baumberg nur noch unbändigen Jubel.

„Ich hebe ja ungerne einen meiner Spieler heraus, gerade in einem solchen Spiel, aber das ist diesmal natürlich schwer“, erklärte Teammanager Thomas Drotboom nach einer Partie, in der der Einsatz von Kevin Menke vorher keineswegs klar war, und der dann doch mit drei Treffern unbestritten der Mann des Tages werden sollte. Der quirlige Stürmer dreht die Partie nach frühem Rückstand dabei nicht nur von einem 0:1 in ein 2:1 binnen zwei Minuten, er war auch drei Minuten vor dem Ende mit dem 4:3-Siegtreffer zur Stelle. Damit hat er nun neunmal getroffen – und Drotboom, der ihn immer gegen alle Widerstände verteidigt hat, mal wieder Recht gehabt. „Für den neutralen Zuschauer war das ein schönes Spiel, vielleicht besser als mache Bundesliga-Partie. Aber für einen Trainer war das schon ganz schön hart, da war mit den drei Elfmetern und zwei Gelb-Roten Karten wirklich alles drin“, räumte Drotboom ein.

Begonnen hatte das Spiel mit einem Elfmeter für die Hiesfelder, den Kevin Krystofiak zu unplatziert auf das Baumberger Tor brachte, so dass es nach sieben Minuten beim 0:0 blieb. Zu allem Überfluss brachte Louis Klotz die Baumberger praktisch im Gegenzug in Führung. Allerdings sah Klotz auch nach nur 22 Minuten und seinem zweiten großen Foulspiel die Ampelkarte. Das nutzte Hiesfeld dazu, um durch einen Menke-Doppelpack in der 36. und 37. Minute das Spiel zu drehen.

So ging es dann in die Pause, und nach dem Wechsel gelang den Gastgebern, das Spiel wieder in ihre Richtung zu drehen – wohl auch deshalb, weil sich mit Joshua Kudu auch bei den Hiesfeldern kurz vor der Pause ein Spieler mit Gelb-Rot verabschiedet hatte. Jannik Weber glich gleich in der 46. Minute aus, zwei Minuten später waren die Baumberger dann in Person von Kosi Saka von Elfmeterpunkt treffsicherer. Eine weitere Elfmeter-Chance vergaben die Baumberger dann aber durch Saka. „Wenn der drin gewesen wäre, wären wir wahrscheinlich ziemlich mausetot gewesen“, gab dann auch Drotboom zu verstehen.

Doch der Ball ging an den Querbalken, und so glich Winter-Zugang Nasrullah Dedemen nach Flanke des ausdrücklich gelobten Nicolai Pakowski, der zwei Treffer vorbereitete, nach einer Stunde zum 3:3 aus. „Dedemen ist ein Stürmertyp wie Joel Zwikirsch, körperlich stabil, der auch mal Bälle festmacht. Das hat uns als Ergänzung zu Kevin Menke vielleicht ein wenig gefehlt“, erklärt Drotboom, der auch zugibt, dass das Spiel danach in beide Richtungen hätte kippen können. „Einen Punkt hatten wir uns sicherlich verdient. Dass wir dann sogar noch gewinnen, war sicher auch etwas glücklich, es sagt aber auch etwas über die Mannschaft. Denn nach so einem Verlauf wäre nicht jedes Team noch einmal so zurückgekommen“, betont er. Und wenn das vielleicht noch ein oder zweimal in den kommenden Wochen gelingt, dann wäre auch der Kontakt zum rettenden Ufer schnell wieder hergestellt. Aber das ist natürlich leichter gesagt als getan. „Ich habe vor dem Spiel allerdings endlich mal wieder das Glänzen in den Augen der Spieler gesehen“, ließ Drotboom noch wissen.

Quelle: fupa.net