Der TV Jahn Hiesfeld kann aktuell den Fußballgott nicht auf seiner Seite finden – auch nicht beim 1:1 gegen Union Nettetal

Als Pascal Spors zehn Minuten vor dem Ende mustergültig in einen Kopfball flog, Nettetals Keeper Robin Krahnen den Ball aber mit einer Glanzparade aus dem Tor fischte, da ahnte Hiesfelds Teammanager Thomas Drotboom bereits, dass der Nachmittag vielleicht wieder nicht das erhoffte Ende nehmen würde. Und das, obwohl Hiesfelder da gegen Aufsteiger Union noch mit 1.0 führte. „Laut gesagt habe ich es nicht, aber gedacht habe ich schon, dass wir wieder irgendein Ding fangen werden“, erklärte er. Und das es am Ende 1:1 stand, war es offenbar genau so gekommen.

Die Hiesfelder haben seit vielen Wochen das immer gleiche Problem, das inzwischen schon dazu geführt hat, dass sich das team auf dem vorletzten Tabellenplatz wiederfindet. „Da kommen dann nach dem Spiel Zuschauer, die ja sonst auch gerne mal kritisch sind, die dir sagen, dass die Mannschaft ja nicht schlecht gespielt hat. Aber irgendwann kannst Du das dann auch nicht mehr hören“, sagt Drotboom.

In der ersten Halbzeit versuchten es die Hiesfelder viel zu oft mit langen Bällen, die Spielkultur blieb, auch bedingt durch die verständliche Verunsicherung, weitgehend auf der Strecke. In der Kabine mahnte Drotboom seine Schützlinge dann dazu, es mit mehr Fußball spielen zu versuchen. „Und es ist ja auch nicht so, als ob wir das nicht mehr können“, merkt Drotboom an, resultierte das 1:0 in der 56. Minute doch aus einer sehenswerten Ballstafette, die Dalibor Gataric zum 1:0 abschloss. „Dali hatte hervorragend trainiert, ich hatte ihm schon angekündigt, dass er eine entscheidende Rolle spielen könnte“, betonte der Teammanager. Was danach lediglich fehlte war zweite Treffer, zu dem es neuerlich schier unzählige Möglichkeiten gab. Was folgte war die 85. Minute. „Da lassen wir den Rückraum unbewacht, Torhüter Alex Gbür sieht den Ball erst sehr spät – und drin ist die Kirsche. Und wir hatten wieder den Salat.“ Frederik Verlinden hatte dem TV Jahn den erhofften Sieg doch noch verdorben.

Dass Drotboom dann auch nicht mehr weiß, was er seiner Mannschaft nach dem wiederholten Erlebnis dieser Art noch sagen soll, ist nur allzu menschlich. Dieser Zustand dauert beim Trainer-Original allerdings selten allzu lange an. Dennoch wäre es vielleicht manchmal sogar einfacher, wenn es konkrete Dinge zu kristisieren gäbe, die über das Auslassen der Chancen hinaus gingen. Die Liga ruht nun erst einmal für zwei Wochen. Am Samstag werden die Hiesfelder versuchen, im Monheim vielleicht das Halbfinale im Niederrheinpokal zu erreichen – zum zweiten Mal in Folge. Vielleicht erinnert sich dann auch der eine oder andere Spieler an die brutale Effektivität, die das Team über weite Teile der Vorsaison noch auszeichnete.

Quelle: fupa.net