Nach dem 3:4 gegen die SSVg Velbert müssen die Verantwortlichen beim TV Jahn Hiesfeld weiter positiv denken – und tun es auch

Es ist aktuell wirklich fast ein wenig wie verhext für den TV Jahn Hiesfeld in der Oberliga. Wochenlang stand die Defensive des abstiegsgefährdeten Dinslakener Teams wie eine eins, verlor aber dennoch immer wieder Spiele, weil dann doch mal einer durchrutschte, und vorne einfach so gar nichts klappen wollte. Gegen die SSVg Velbert ist am Samstag der Knoten bei Top-Stürmer Kevin Menke geplatzt, und das gleich dreifach. Und dennoch stand die Mannschaft von Teammanager Thomas Drotboom am Ende wieder mit leeren Händen da.

Denn die auf Platz vier rangierenden Gäste schossen auf dem Hiesfelder Kunstrasen gleich vier Tore und nahmen so die Punkte mit. „Ich weiß, dass ich mich da wiederhole, aber die Jungs haben sich dermaßen gegen den Trend gestellt und wollten unbedingt gewinnen. Es ist schon sehr tragisch, dass wir uns wieder nicht belohnt haben, denn ein Punkt wäre sicherlich in Ordnung gewesen“, erklärt Drotboom.

Mitte der ersten Halbzeit setzte sich in der 29. und 34. Minute die Qualität der Gäste durch, Manuel Schiebener und Noah Abdel Hamid trafen zum 2:0. Doch Kevin Menke, bisher in 14 Saisonspielen nur mit für ihn enttäuschenden zwei Treffern auf dem Konto, schlug zurück. Sein Doppelschlag sorgte dafür, dass es doch noch mit einem 2:2 in die Kabinen ging. „Ich habe die Jungs dann gefragt, wie viele Mannschaften in der Oberliga nach einem 0:2 gegen Velbert bis zur Pause zu so einer Wende in der Lage wären, und ich habe sie auch gleich beantwortet: Nicht viele!“, verrät Drotboom, der nun natürlich versuchte, die Psyche seiner Spieler noch einmal weiter zu kitzeln.

Das Problem in der Folge war, dass auch die Velberter einen blendend aufgelegten Stürmer in ihren Reihen haben. Leroy Mickels, ausgebildet in der Jugend von Borussia Mönchengladbach, brachte Velbert wieder in Führung, und letztlich sollte es dann auch nicht helfen, dass Menke mit seinem dritten Streich den erneuten Ausgleich schaffte. Denn in der 82. Minute schnürte Mickels dann ebenfalls seinen Doppelpack – mit seinem bereits elften Treffer im elften Spiel. „Einen Stürmer wie ihn kann man nicht immer ausschalten. Aber letztlich habe ich mich auch für Kevin sehr gefreut, auch wenn uns die Tore diesmal nichts eingebracht haben“, sagt der Teammanager und macht damit klar, dass er schon wieder ans nächste Spiel denkt, in dem ein treffsicherer Menke sicher wieder den Unterschied machen kann. Beinahe hätte Menke vor dem 4:3 noch einmal getroffen, scheiterte diesmal aber an Velberts Schlussmann Philipp Sprenger.

Drotboom klagt selten über Ausfälle, aber dennoch darf nicht vergessen werden, wer am Wochenende so alles gefehlt hat. Vorne waren das Philipp Goris und Nicolai Pakowski, dahinter Gino Mastrolonardo, und Danijel Gataric, gesperrt waren Kevin Krystofiak und Pascal Spors, hinten fehlt Kevin Kolberg, im Tor hat die geplante Nummer eins Marian Ograjensek noch gar kein Spiel absolviert – die Liste ließe sich fortsetzen. Drotboom war also gezwungen, junge Spieler, die er behutsam aufbauen wollte, ins kalte Wasser zu werfen. Moritz Falkenreck, der in der Startelf stand und gut eine Stunde spielte, war jedenfalls am Samstag ein belebendes Element, hatte sicher seinen Anteil daran, dass Menke vielleicht ein paar Räume mehr fürsein Spiel vorfand.

Die Aufgabe muss nun sein, bis zur Winterpause noch ein paar Punkte auf die Habenseite zu bekommen, um dann die Aufholjagd im neuen Jahr zu starten.

Quelle: fupa.net