Dinslaken-Hiesfeld. Der souveräne 5:1-Sieg im Achtelfinale des Niederrhein-Pokals beim MSV Düsseldorf macht dem Oberligisten Mut. Jetzt steht am Sonntag in der Meisterschaft das Kellerduell gegen Schlusslicht FSV Duisburg an.

Vielleicht hilft Beten. Was haben die Verantwortlichen des TV Jahn Hiesfeld nicht schon alles versucht, um die Fußballer in der Oberliga auf Erfolgskurs zu bringen? Taktische Varianten, kurzfristige Neuzugänge, personelle Rochaden – mal freiwillig, mal wegen Wehwehchen, mal wegen Sperren. Der Effekt: überschaubar, acht Punkte aus zehn Spielen. Am kommenden Sonntag steht deshalb das Kellerduell im Hiesfelder Stadion an. TV Jahn gegen FSV Duisburg. Vorletzter gegen Letzter.

Dabei mangelt es zumindest außerhalb des Spielfelds nicht an Unterstützung. An der Ecke Oberhausener Straße/Kirchstraße zeugt ein großes Banner davon: „Die evangelische Kirchengemeinde Hiesfeld präsentiert die Fußball-Oberliga Niederrhein“ steht dort neben der Ankündigung zur Partie am Wochenende.

Ein Segen, dass wenigstens im Pokal alles nach Wunsch läuft. Vor dem Anpfiff der Drittrunden-Partie am Mittwochabend beim Landesligisten MSV Düsseldorf schickte Thomas Drotboom insgeheim das eine oder andere Stoßgebet gen Himmel. Der Teamchef weiß genau, wie sensibel das Thema Niederrheinpokal seit dem Erreichen des Endspiels im Jahr 2014 beim TV Jahn behandelt wird. Das Weiterkommen ist von Runde zu Runde nicht nur wegen des steigenden Renommees, sondern auch wegen zusätzlicher finanzieller Einnahmen stetig attraktiver. Ein Aspekt, der auch in Vorstandskreisen zu Zeiten sinkender Etats an Wichtigkeit zunimmt.

„Gott sei Dank“, entfuhr es Drotboom da angesichts des Einzugs ins Viertelfinale mit dem deutlichen 5:1 (3:0)-Erfolg bei einem Gegner, der immerhin die Oberligisten Schonnebeck und TuRU Düsseldorf aus dem Wettbewerb geworfen hatte: „Das war wichtig.“ Im Falle einer Niederlage wäre womöglich auch um den 52-Jährigen mehr als nur hinter vorgehaltener Hand diskutiert worden. Doch das ist erst einmal kein Thema, weil der TV Jahn nach Toren von Gino Mastrolonardo (29.), Philipp Goris (37.), Pascal Spors (43., Elfmeter), Damiano Schirru (61.) und Nicolai Pakowski (81.) souverän siegte.

So können der Teammanager, sein Trainer-Assistent Markus Kay und Torwart-Trainer Uwe Roscher das Augenmerk auf die nächsten Aufgaben richten. Der Auftritt in Düsseldorf gibt Selbstvertrauen, zumal einige spielerische Lichtblicke auf dem Kunstrasen Hoffungen schüren.

Dass Damiano Schirru nach überstandener Verletzung wieder dabei war, „macht was mit der Mannschaft“, sagte Drotboom. Im positiven Sinne, versteht sich. Auch die Doppelspitze Kevin Menke und Philipp Goris harmonierte. „Super Laufwege, super Leistungen“, attestierte der Chef seiner Crew im Angriff folgerichtig.

Und nicht zuletzt gab ein Debütant an neuralgischer Position dem Team Sicherheit: Der erste Einsatz von Torhüter Kenneth Hersey in einem Pflichtspiel darf als gelungen gelten. Vielleicht schafft er auf Dauer, was weder Dominik Weigl noch Alexander Gbür bisher vergönnt war: Das schwere Erbe des abgewanderten Kevin Hilfebrand als Nummer eins zwischen den Pfosten mit der gebotenen Kontinuität anzutreten. Der mehrfache Wechsel auf dem Posten trug schließlich dazu bei, dass die „Veilchen“ in der Meisterschaft da stehen, wo sie stehen.

Quelle: rp-online.de