Was wäre wohl, wenn hätte, wenn und aber im Fußball etwas zu bedeuten hätten? Das ist eine dieser Fragen, die sich der TV Jahn Hiesfeld auch am Sonntag daheim gegen Germania Ratingen in der Oberliga wieder stellen musste. Was wäre also wohl gewesen, wäre ein Kopfball von Pascal Spors in der 5. Minute nicht am Querbalken, sondern im Tor gelandet? Dann hätten die Hiesfelder endlich einmal mit einer Führung im Rücken spielen können. Doch es kam anders.

Denn nur vier Minuten späten produzierten die Hiesfelder wieder einen dieser unnötigen Fehler, die Konsequenz war schließlich ein Strafstoß, den Phil Spillmann im Tor der Hiesfelder unterbrachte. Und anders als zuletzt mehrfach der Fall, als die Hiesfelder zügig ins Spiel zurückkamen, folgte nur fünf Minuten später der zweite Nackenschlag zum 0:2. Ein Freistoßtreffer von Denis Ivosevic, der für Hiesfelds Schlussmann Dominik Weigl wohl wieder einmal nicht so ganz unhaltbar erschien. „So ein 0:1 haben wir jetzt schon häufiger weggesteckt, aber ein 0:2 ist dann noch einmal ein ganz anderes Kaliber“, erklärte Teammanager Thomas Drotboom, der natürlich auch weiß, dass sich irgendwann die Ergebnisse einstellen müssen – auch in der Oberliga.

Dann sah es für eine Weile doch nach einer gewissen Hoffnung aus, ein Eigentor Spillmanns brachte den 1:2-Anschluss. „Dieses Tor haben wir regelrecht erzwungen, aber danach nutzten wir bis zur Pause die sich bietenden Chancen wieder nicht, um zum 2:2 zu kommen, was zumindest möglich gewesen wäre“, fügte Drotboom an. Den finalen Nackenschlag kassierte der Gastgeber dann aber wohl in der 55. Minute. Der bereits verwarnte Abdoulaye Sakho stieg bei einem Zweikampf mit dem Ellenbogen wohl etwas zu hart ein und sah die Ampelkarte. „Mir war klar, dass er als Sechser und verwarnt besonders gefährdet war. Ich hatte im Prinzip auch schon Ekin Yolasan am Rand stehen, der für ihn kommen sollte. Das hätte ich einfach nur etwas eher machen müssen“, haderte Drotboom ein wenig, dennoch wohlwissend, dass so etwas eben immer passieren kann. „Dann haben die Ratinger es einfach überlegen gespielt, uns von rechts nach links laufen lassen, wir haben nur noch reagiert. Und dann bringen sie noch Aleksandar Pranjes von der Bank, und der ist dann noch keine Minute im Spiel, dann macht er auch schon das 3:1“, schilderte Drotboom, der natürlich in dieser 73. Minute eigentlich wusste, dass das Spiel damit gelaufen ist. „Wir hatten dann zwar noch eine Riesenchance zum erneuten Anschluss und hätten dann noch acht Minuten gehabt, aber unter dem Strich hat Ratingen schon verdient gewonnen, da muss man nicht drumherum reden.“

Den Tränen nah war nach dem Spiel Abdoulaye Sakho. „Er hat sich bei mir, bei Markus Kay und auch bei der gesamten Mannschaft entschuldigt. Aber ich habe ihm eben gesagt, dass so etwas im Fußball halt eben passieren kann. Es hilft keinem, jetzt hier die Schuldfrage zu klären“, betonte der Teamchef. Analysieren müssen die Hiesfelder die Niederlage natürlich schon, und dabei wird Drotboom auch Unterstützung von der Ex-Nationalspielerin Inka Grings erhalten, bis 2017 noch Trainerin bei den Frauen des MSV Duisburg und in der Vorsaison dann für die B-Junioren von Viktoria Köln verantwortlich gewesen. „Sie wird uns auch am Dienstag mal besuchen, hat das Spiel gegen Ratingen gesehen und mir auch schon ein paar Dinge gesagt, die sie beobachtet hat. Die Mannschaft war von der Idee auch gleich sehr angetan, und ich bin ihr dafür sehr dankbar“, erklärte der Teammanager, der damit auch einfach mal einen neuen Reiz setzen will. Und ein Blick von außen hat ohnehin noch nie geschadet.

Quelle: fupa.net