Ganz tiefes Durchatmen gab es am Sonntagnachmittag beim TV Jahn Hiesfeld. Beim 2:1 daheim gegen den ETB Schwarz-Weiß Essen gab es den ersten Saisonsieg für die Mannschaft von Teammanager Thomas Drotboom, der damit mit seinen Jungs für den Moment die Abstiegszone der Oberliga Niederrhein verlassen hat.

Vor der Pause sah es allerdings zunächst so aus, als könne es wieder ein bitterer Nachmittag für das Heimteam werden. „Da sind wir wieder durch einen dummen Fehler in Rückstand geraten, der gleich bestraft wurde. Wir haben in der Vorwärtsbewegung den Ball in der eigenen Hälfte verloren, die Essener spielen schnell in den Strafraum, und dann gibt es ein Foulspiel von Pascal Spors. Ich denke, dass man den Strafstoß geben konnte. Aber in dem Moment dachte ich dann schon, dass wir jetzt schon wieder dem Rückstand hinterher laufen“, erklärte Drotboom, der wenig später den Führungstreffer durch Kohei Yokozawa sah (16.).

Bis zur Pause war das Anrennen vergebens. Dennoch wurde Drotboom in der Kabine nicht laut. Er machte seinem Team lediglich klar, dass hier und heute seiner Meinung nach sehr wohl etwas möglich sei, allerdings nur dann, wenn alle noch deutlich mehr laufen und kämpfen. „Und wie die Jungs danach zurück auf den Platz gegangen sind und geackert haben, das kann einen als Trainer nur unglaublich stolz machen. Das war einfach nur unfassbar.“ Dazu kam ein weiterer gelungener Schachzug. Für Marvin Weßelburg brachte er erstmals den inzwischen spielberechtigten Sommer-Zugang Abdulaye Sakho und stellte ihn auf die Position vor der Abwehr. „Das war dann sicherlich auch einer der Schlüssel zum Erfolg. Was der Junge weggeräumt hat, wie er auf jeden Ball draufgegangen ist, das war toll mit anzusehen. Aber auch Kevin Menke etwa hat sich Bälle am eigenen Strafraum geholt und sie nach vorne getragen, auch Dalibor Gataric und Nicolai Pakowski haben viel gearbeitet, da kann ich eigentlich jeden nennen“, sagte Drotboom freudig.

Gut eine Stunde war dann gespielt, als Dennis Wichert den Ausgleichstreffer erzielte. „Da habe ich auf der Bank gesagt, dass wir eigentlich nur gewinnen, können, wenn sogar Dennis als Torschütze auftritt“, schilderte der Teammanager. Gesagt, getan! Nur drei Minuten später war es dann Philipp Goris mit seinem ersten Ligator für den TV Jahn, der den ersten Saisonsieg besiegelte (65.). „Für Philipp hat es mich natürlich besonders gefreut. Ich habe nach dem Spiel noch einmal mit ihm gesprochen. Es ist für ihn nicht so leicht, weil er nicht gewohnt ist, auch so viel defensiv mitarbeiten zu müssen“, erklärte Drotboom. Das Tor wird sicherlich auch in dieser Frage helfen.

Und so wurde das Wiedersehen für die beiden Ex-Hiesfelder Robin Riebling und Joel Zwikirsch am Ende dann nicht so schön. Doch nach der Partie saßen die beiden dann doch noch eine Weile mit den alten Kollegen zusammen, denen sie zuvor ordentlich Paroli geboten hatten. Für die Essener, die mit gewissen Ambitionen und Erwartungshaltung in der Öffentlichkeit gestartet waren und die nach fünf Spielen nun immer noch nur einen Punkte geholt haben, könnte es nun allmählich etwas unruhig werden.

Quelle: fupa.net