Es war ein Spiel der Kategorie: Zum Vergessen. Der Schlusskommentar von Thomas Drotboom fiel entsprechend heftig aus: „Das war ein ganz beschissener Tag.“ Nicht nur die 2:3 (1:0)-Niederlage im Oberligaduell mit der Spvg Schonnebeck hatte den Teammanager des TV Jahn Hiesfeld hörbar deutlich mitgenommen. Vor allem die schwere Verletzung von Offensivmann Damiano Schirru wirkte nach.

Schirru hatte sich in der ersten Halbzeit nach einem Zweikampf schwer an der Schulter verletzt, hatte in der Folge immer wieder das Bewusstsein verloren und wurde letztlich nach einem Notarzteinsatz in ein Essener Krankenhaus gebracht. „Wie schwer die Verletzung ist, lässt sich noch nicht sagen“, so Drotboom. „Die Schulter war auf jeden Fall raus. Er wurde geröntgt, die Ärzte konnten aber noch nichts sehen.“

Geschockt setzten die Veilchen das Spiel fort. Schirru, der Schonnebeck bis zu seiner Verletzung – wie die gesamte Offensivabteilung – vor eine knifflige Aufgabe gestellt hatte, war zuvor an der verdienten Führung der Dinslakener beteiligt gewesen. Kevin Menke zeichnete nach gut einer halben Stunde für das 1:0 verantwortlich. „Wir haben richtig guten Fußball gespielt. Haben das gemacht, was wir uns ursprünglich vorgenommen haben. Wir haben den Ball laufen lassen und flach gespielt, damit Schonnebeck seine Kopfballstärke nicht ausnutzen kann“, stellte Drotboom seiner Mannschaft bis dahin ein blendendes Zeugnis aus.

Abseitsverdächtiger Ausgleich

In den Schlussminuten der ersten Hälfte kamen die Gastgeber erwartungsgemäß immer besser auf, konnten jedoch kein Kapital daraus schlagen. Erst nach Wiederanpfiff (51.) verewigten sich die Schonnebecker nach einer Hiesfelder Ecke dann doch erstmals in die Torstatistik. „Wir haben eine Ecke, die geht an den ersten Pfosten. Der Torwart nimmt den Ball auf, spielt ihn lang raus. Der Ball tippt einmal und Dominik Enz nimmt ihn volley. Ich weiß nicht, wo unser Torwart stand, aber definitiv nicht da, wo er stehen sollte“, schwante Drotboom, dass es nun doch eng werden könnte. Stattdessen drehten aber die Veilchen auf und fanden die passende Reaktion. Mit feinfüßigem Kombinationsspiel arbeiteten sich die starken Hiesfelder Offensivkräfte Richtung Schonnebecker Tor vor. Gino Mastrolonardo behielt die Übersicht und schob sehenswert zur abermaligen Führung (57.) ein. „Da dachte ich, das Ding ist durch“, gestand Drotboom, dessen Gefühl ihn trügen sollte.

Traumtor zum Sieg

Die Gastgeber kamen mit Torjäger Marc Enger, der nach einer Gesichtsfraktur mit einer Maske auflief. (Drotboom: „Ein richtig guter Fußballer“), gefährlich zurück ins Spiel. Aus stark abseitsverdächtiger Position war es dann auch Enger, der den Ausgleich (63.) erzielte. „Die Entscheidung ist nicht nachvollziehbar“, schimpfte Drotboom. Eine Viertelstunde vor Schluss kam es noch schlimmer. Diesmal bewarb sich Enger um das Tor des Monats, als er per kunstvollem Seitfallzieher den Siegtreffer erzielte. „Das Ding macht der nur einmal im Jahr“, war Drotboom restlos bedient. Kevin Corvers, der nun mit vorne reinging, und Kevin Menke hatten noch die Chance zum Ausgleich, blieben aber glücklos. So blieb es dabei: ein Spiel zum Vergessen.

Quelle: NRZ