Für den TV Jahn Hiesfeld und Teammanager Thomas Drotboom war es am Sonntag ein rabenschwarzer Nachmittag. Denn viel mehr kann in 90 Minuten nicht schief laufen, und das, obwohl die Forkurve der Mannschaft eigentlich deutlich ansteigt. Aber der Reihe nach.

Die Hiesfelder kamen am Schetters Busch gut in die Partie, gingen in der 26. Minute durch den ersten Saisontreffer von Kevin Menke so auch 1:0 in Führung, als sich der TV Jahn zügig durch das Mittelfeld kombinierte und den schnellen Stürmer in eine dieser 1:1-Situationen schickte, die dieser so liebt und hier auch endlich wieder erfolgreich abschloss. Kurz vor der Pause gab es dann gleich den wohl bittersten Nackenschlag des Tages. Nach einem keinesweg brutalen Foul fiel Damiano Schirru unglücklich auf die Schulter. „Da gab es dann gleich das Signal, dass da etwas Schlimmes passiert ist. Das Spiel wurde unterbrochen, und Kevin Kolberg, der ja selbst Rettungssanitäter ist, hat sich das Ganze mit unserer Physio gleich angesehen. Damiano klagte dann über Schwindel und ihm wurde schlecht. Er ist jetzt im Krankenhaus. Ich hoffe, dass es ihm schon besser geht. Aber wenn das einem von meinen Jungs passiert, wird mir selbst auch ganz flau im Magen“, schilderte ein spürbar angegriffener Thomas Drotboom. Ins Spiel kam für ihn Nicolai Pakowski. Alles Gute natürlich auch von dieser Stelle.

In der Kabine schworen sich die Hiesfeler noch einmal ein, wollten für Schirru unbedingt den ersten Saisonsieg einfahren. Drotboom warnte das Team davor, dass Schonnebeck nun die Schlagzahl erhöhen würde, und so kam es auch. Bei einer Hiesfelder Ecke fing der Schonnebecker Keeper den Ball am ersten Pfosten ab, schlug ihn lang in die Hiesfelder Hälfte, wo Dominik Enz den Ball volley nahm und damit Keeper Dominik Weigl überraschte, der zwar noch zurück lief, aber in seinem Rücken ein paar Probleme mit der Orientiereung hatte. Das jedoch warf die Hiesfelder keineswegs schon entscheidend zurück. Denn nur sechs MInuten später zeigten die sie etwas von dem Spiel, das sie in den vergangenen Jahren so stark gemacht hat. „Da lief der Ball von der Mittellinie aus brutal schnell durch unsere Reihen, Goris, Menke, alle Offensivspieler waren daran beteiligt, und Gino Mastrolonardo drückte ihn letztlich über die Linie“, schilderte der Teammanager.

Doch letztlich hatte Schonnebecks Marc Enger mit zwei Treffern etwas dagegen, dass der TV Jahn Zählbares mitnehmen sollte. „Allerdings muss ich eines sagen: Wenn das Anspiel zum 2:2 kein Abseits war, dann habe ich absolut keine Ahnung vom Fußball. Und das 3:2 war dann ein sehenswerter Seitfallzieher, den kann man nur schwer verteidigen.“ So meinte es der Fußballgott an diesem Nachmittag nicht gut mit den Dinslakenern, die so weiterhin bei einem Zähler verharren. „Es ist klar zu sehen, dass sich bei uns vieles zum Guten wendet. Durch die Bank waren meine Spieler heute eigentlich alle richtig gut. Aber wir haben nur einen Punkt auf dem Konto, und es ist klar, dass wir irgendwann auch punkten müssen. Für den Rest können wir uns nichts kaufen“, sagte ein Verantwortlicher, der weiß, wie es im Fußball läuft. Schonnebeck ist mit nun neun Punkten Sechster, Hiesfeld auf Platz 16.

Quelle: fupa.net