Fußball: Nach den Turbulenzen in der vergangenen Woche holt sich Oberligist TV Jahn Hiesfeld im Verfolgerduell mit der Spielvereinigung Schonnebeck noch ein 1:1 (0:1)-Unentschieden. Ausgleich durch Damiano Schirrus Handelfmeter.

Direkt nach dem Abpfiff bot sich ein Bild der Gegensätze. Die einen schäumten vor Wut, bei den anderen zog der Trainer den Hut. Während Schonnebecks Torwart Marcel Grote aufgebracht hinter dem Schiedsrichtergespann herstapfte, weil Jan Oberdörster vier Minuten vor Schluss einen Handelfmeter für den TV Jahn Hiesfeld gepfiffen hatte, stand Thomas Drotboom schon im obligatorischen Spielerkreis, um seiner Elf verbal auf die Schulter zu klopfen: „Wichtig ist, wie wir uns präsentiert haben“, sagte der Coach zum 1:1 (0:1) beim Verfolgerduell der Fußball-Oberliga, „und wir sind als Mannschaft aufgetreten. Wir waren die Besseren, Respekt dafür!“

Eine turbulente Woche mit der Absage des Vorstands an einen Regionalliga-Aufstieg und Witterungsverhältnissen, die kein geregeltes Training zuließen, fand so einen versöhnlichen Abschluss. „Die Jungs mussten zuletzt so viel einstecken, haben aber die richtige Antwort gegeben“, fand Drotboom. „In jeder Minute war zu spüren, dass sie wollen und dass sie sich nicht geschlagen geben.“

So ließ es sich auch verschmerzen, dass die „Veilchen“ zum dritten Mal hintereinander in der Liga ohne Sieg blieben. Zu Hause gelang nach dem 3:3 vor zwei Wochen gegen Straelen immerhin gegen ein weiteres Spitzenteam ein Unentschieden. Der Verlauf der Partie sprach lange nicht dafür – „weil wir die Hütten nicht gemacht haben“, erklärte Hiesfelds Trainer.

Dies blieb erst einmal den Gästen vorbehalten. Nachdem Ioannis Alexiou (6.) und Robin Riebling (7.) in der Anfangsphase zweimal vor dem Schonnebecker Tor einen Schritt zu spät gekommen waren, tauchte Marc Enger nach zehn Minuten plötzlich frei vor Jahn-Torwart Kevin Hillebrand auf. Der parierte zwar den Schuss, den Abpraller köpfte jedoch Damian Bartsch zum 0:1 für die Essener in dieMaschen.

Die Gastgeber schüttelten sich, ließen in ihren Bemühungen um den Ausgleich nur die nötige Präzision vermissen. Joel Zwikirschs Direktabnahme im Strafraum wurde nach einer Viertelstunde knapp neben das Tor abgefälscht, Kevin Kolberg scheiterte mit einem Freistoß kurz vor der Pause an Keeper Grote.

Kolberg war mit Robin Riebling in die Startelf gerückt, dafür hatte Drotboom auf Nico Klaß und Pascal Spors verzichtet. Während der rechte Verteidiger neben seiner soliden Abwehrarbeit auch wieder bei Standards für Gefahr sorgte, hatte Riebling auf der linken Seite mehr Mühe, Akzente zu setzen. „Er hat sich aber voll reingehauen“, lobte der Trainer, „das brauchen wir“.

Mangelnden Einsatz mochte der 51-Jährige ohnehin niemandem vorwerfen. Bis der belohnt wurde, mussten die Hiesfelder jedoch viel Geduld und auch ein wenig Glück aufbringen. Kevin Hillebrand bewahrte sein Team in der letzten Viertelstunde zweimal mit starken Paraden vor einem höheren Rückstand, auf der anderen Seite lenkte Grote einen Kopfball nach 84 Minuten an die Latte.

Und dann half eine umstrittene Szene: Als Kevin Menke im Schonnebecker Strafraum zum Schuss ansetzte und Timo Patelschick den Ball aus kurzer Distanz an den Arm bekam, zeigte Schiedsrichter Oberdörster auf den Elfmeterpunkt. Damiano Schirru ließ sich die Gelegenheit zum Ausgleich nicht entgehen (86.).

TV Jahn Hiesfeld: Hillebrand; Wichert, Alexiou, Krystofiak, Kolberg, Yolasan (73. Klaß), Mastrolonardo (73. Goralski), Riebling (63. Dalibor Gataric), Menke, Schirru, Zwikirsch.

Quelle: RP