Fußball: Der Oberligist hat aktuell mehrere Themen auf der Agenda stehen. Am Sonntag will die Mannschaft ihren Fokus aber ganz auf die Auswärtspartie beim VfB Speldorf legen. Der gesperrte Kevin Kolberg muss aussetzen. Von Gerard Dombrowski

Die zurückliegende Woche brachte den Oberliga-Fußballern des TV Jahn Hiesfeld ein paar heiße Momente. Am Sonntag gelang das Torwarttor durch Kevin Hillebrand in der 89. Minute zum 3:3 gegen den SV Straelen. Am Montag fand die Auslosung des Halbfinals im Niederrheinpokal statt. Der TV Jahn trifft auf Regionalligist Rot-Weiß Essen. Am Dienstag folgte ein Ortstermin im Hiesfelder Stadion mit Vertretern der Stadt und des Westdeutschen Fußballverbands zum Thema Auflagen für den möglichen Aufstieg in die Regionalliga.

Wie bleibt da die Betriebstemperatur auf niedrigem Niveau, wie behält man kühlen Kopf? Am besten mit Fußballspielen. Am Sonntag um 15 Uhr steht die nächste Partie in der Meisterschaft beim VfB Speldorf auf dem Plan.

Konkrete Ergebnisse aus den beiden Terminen zu Wochenbeginn können die Verantwortlichen ohnehin noch nicht bieten. Die zunächst für Donnerstag angedachten Verhandlungen mit Rot-Weiß Essen über die Bedingungen für einen eventuellen Tausch des Heimrechts und eine genaue Terminierung des Pokalspiels wurden auf Montag verschoben. Dann will eine von Abteilungsleiter Gerd Ott angeführte Hiesfelder Delegation an der Hafenstraße Details bereden. Das Fazit der Gespräche darüber, wie das Stadion am Freibad regionalliga-tauglich gestaltet werden könnte, lässt sich kurz zusammenfassen: Es ist und bleibt schwierig, weil nicht allein das Flutlicht fehlt, sondern eine Menge weitere Bedingungen zu erfüllen sind, die vor allem auch finanziell eine außergewöhnliche Herausforderung darstellen.

Trainer Thomas Drotboom versucht nun, den Fokus auf sportliche Aufgaben zu lenken und die Spannung in der Mannschaft hochzuhalten. Er lebt den Ehrgeiz vor, treibt seine Mannschaft nach Kräften an. In der Kabine spielte der Coach am vergangenen Sonntag vor dem Anpfiff einen Zusammenschnitt von Motivationsreden diverser Kollegen ab, die Reaktion ließ sich direkt in den Gesichtern ablesen: „Die Jungs waren voll motiviert, denen standen die Nackenhaare hoch.“ Die endlich einmal vergleichsweise ansehnliche Kulisse von mehr als 300 Zuschauern tat ihr Übriges. „Da haben alle auf dem Platz gezeigt, dass sie es können“, sagt Drotboom.

In Speldorf soll der Weg in der Spitzengruppe der Liga für den Tabellendritten weitergehen. Im Hinspiel gelang trotz guter Chancen in der Anfangsphase nur ein torloses Unentschieden. Daran erinnert Drotboom aus gutem Grund: „Speldorf hat sich inzwischen noch verstärkt. Ich glaube, das wird ein richtig harter Brocken.“ Immerhin hat sich die Personalsituation gegenüber der Vorwoche ein wenig verbessert. Dalibor Gataric, Lennart Laader und Kevin Krystofiak stiegen in der abgelaufenen Woche wieder ins Training ein.

Eine Änderung im Team ist in erster Linie auf der rechten Abwehrseite nötig, nachdem Kevin Kolberg in der Schlussphase gegen Straelen die Gelb-Rote Karte gesehen hat. Unverständlich für den Verteidiger: „Ich habe nur nach dem Ausgleich im Gedränge die Spieler auseinandergehalten, der Schiedsrichter hat mich für nichts vom Platz gestellt“, sagte Kolberg. Der Vorbereiter der Tore zum 1:0 und 3:3 wird auch als Standardspezialist fehlen.

Wahrscheinlich rückt Pascal Spors auf der Außenbahn eine Position nach hinten. Offensiv könnte Damiano Schirru auf die rechte Seite wechseln und Robin Riebling links seine Chance bekommen. „Robin hat sehr gut trainiert“, sagt Drotboom.

Das Rezept für einen möglichst erfolgreichen Auftritt bleibt derweil das gleiche wie zuletzt: „Wir wollen mit wenig Kontakten ein schnelles Spiel aufziehen. Genau das ist unser Ding.“

Quelle: RP