Die Tendenz geht dahin, dass der Fußball-Oberligist das Pokal-Halbfinale gegen RWE an der Essener Hafenstraße austrägt. Denn der finanzielle Aufwand, um die Partie in Hiesfeld austragen zu können, wäre enorm. Von Sandra Goldmann

Die Telefondrähte glühen. Seitdem feststeht, dass Fußball-Oberligist TV Jahn Hiesfeld im Halbfinale des Niederrheinpokals auf Traditionsverein Rot-Weiss Essen trifft, hat Jahn-Abteilungsleiter Gerd Ott alle Hände voll zu tun. Zahlreiche Fragen gilt es zu klären. Die allerdringlichste: Wo soll das Spiel ausgetragen werden?

Mit mindestens 2000 Gästefans rechnen die Veilchen – darunter im schlimmsten Fall auch gewaltbereite Anhänger. Schon alleine deshalb müssten die Hiesfelder zahlreiche Sicherheitsbestimmungen einhalten. Das eigene Stadion müsste aufwendig und vor allem kostspielig hergerichtet werden. Schutzgitter müssten aufgebaut werden. Die strikte Trennung der Fans, die in solchen Fällen zwingend nötig ist, würde den größten Aufwand bedeuten. Mobile Toilettenanlagen und weitere Verpflegungsbereiche – dies alles kostet Geld. „Das ist ein Sicherheitsspiel mit einem enormen Kosten- und Kraftaufwand verbunden“, sagt Ott. Die Partie konnte zu einem Minusgeschäft für den TV Jahn werden. Ott: „Wir tendieren daher dazu, das Heimrecht zu tauschen.“

Weil auch die Lohberger Dorotheen-Kampfbahn kaum als Ausweichmöglichkeit taugt, hat der Hiesfelder Abteilungsleiter bereits mit Damian Jamro, bei Rot-Weiss Essen unter anderem für die Organisation des Spielbetriebs zuständig, Kontakt aufgenommen. „Am kommenden Donnerstag treffen wir uns in Essen und werden die wirtschaftlichen Dinge besprechen“, sagt Ott. Werden sich alle Beteiligten einig, würde dies sein Leben ein Stück weit einfacher machen. Denn neben den großen Maßnahmen sind es vor allem die vielen Kleinigkeiten, die ein solches Spiel mit sich bringt, die zeitraubend und kräftezehrend sind. „Ich habe die Aufgabe als Abteilungsleiter vor noch nicht allzu langer Zeit übernommen, aber ich kann schon sagen, ich stehe mit dem Verein auf und gehe damit schlafen“, sagt Ott. Dass dem Team durch ein Auswärtsspiel ein entscheidender Nachteil entstehen könnte, sieht Ott nicht: „Wenn wir in Lohberg spielen, wäre das ja auch ein fremder Platz. Außerdem denke ich, dass es für die Spieler schon eine tolle Sache ist, im Stadion an der Hafenstraße aufzulaufen.“

Als Termin wird aktuell der Mittwoch, 21. März, favorisiert. Vom Verband wurde der 22. März als Spieltag empfohlen. Bis spätestens 15. April muss die Partie ausgetragen werden. „Eine Alternative wäre der Ostermontag. Das werden wir jetzt noch besprechen.“

Quelle: RP