Nur 1:1 gegen Kellerkind Cronenberg
Seit beim TV Jahn Hiesfeld bekannt gegeben wurde, dass sich der Verein nicht um eine Lizenz für die Regionalliga bewirbt, will beim Team von Thomas Drotboom irgendwie nicht mehr viel zusammenlaufen. Aktuelles Beispiel: Am Sonntagnachmittag führten die Dinslakener daheim gegen Kellerkind Cronenberger SC seit der 66. Minute mit 1:0, wenig später gerieten die Gäste in Unterzahl. Und dennoch gab es letztlich hängende Köpfe, weil die Cronenberger noch zum Ausgleich kamen.

„Es kann und darf einfach nicht sein, dass man so ein Spiel nicht gewinnt. Es war tolles Wetter, wir durften zum ersten Mal in diesem Jahr auf unseren Rasenplatz, wir liegen in Führung, sind in Überzahl. Eigentlich gehst Du als Trainer bei diesen Bedingungen von Beginn an von einem anderen Spiel aus, das mal nicht so läuft wie in den Vorwochen“, erklärt Drotboom, der schon vor der Pause nicht vollends zufrieden war, das Gezeigte aber einzuschätzen wusste. Denn immerhin machte sein Team das Spiel breit, zeigte auch einige sehenswerte Angriffe, war aber dennoch auch immer wieder anfällig für Konter der Wuppertaler. „In der Kabine habe ich dann zur Pause gesagt, dass wir im Prinzip ruhig so weiterspielen sollen, allerdings darauf achten müssen, dass wir die Mitte besser dicht machen“, verriet der Coach.

Das Konzept schien in der 66. Minute aufzugehen, auch wenn der Führungstreffer für Drotboom eher ein „Tor des Willens“ war. Denn eigentlich hatten die Cronenberger einen Ball schon geklärt, dem Damiano Schirru aber nachging und diesen noch vor der Torauslinie errreichte. Letztlich war es dann Dalibor Gataric, der den Ball entschlossen über die Linie drosch. „Da hat mein Kollege Peter Radojewski getobt, was ich auch gut verstehen kann“, betont Drotboom, der danach mehrere entscheidende Szenen sah, die sein Team nicht für sich nutzen konnte. Kurz nach der Führung sah dann Cronenbergs Biniamu-Hervé Diankanu die Rote Karte für eine Notbremse. „Wir hatten gedacht, die Szene sei auch im Strafraum gewesen, aber es gab dann nur einen Freistoß“, erklärte der Coach. Wenig später wurde dann auch einem erfolgreichen Abschluss wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung verweigert, Robin Riebling setzte einen langen Befreiungsschlag auf den Querbalken. „Und dann lief Joel Zwikirsch alleine auf den Cronenberger Keeper zu und scheiterte. Da wünscht man sich dann von seinen Stürmern, dass sie solche Chancen dann einfach auch mal nutzen“, sagte Drotboom. Und so kamen die Cronenberger dann in der ersten MInute der Nachspielzeit zum Ausgleich durch Marvin Mühlhause.

„Wenn man sieht, wie die Cronenberger selbst in Unterzahl in ihrer Situation noch kämpfen, dann war das heute eben einfach das, was die beiden Mannschaften unterschieden hat. Und so kann ich den Cronenbergern zu diesem Punkt auch nur gratulieren“, erklärte Drotboom. Der ging nach dem Spiel erst einmal für zehn Minuten in seine Trainerkabine, um sich abzureagieren, bevor er den Gästen draußen noch einmal persönlich gartulierte und dann zu seiner Mannschaft ging. Am Ende konnte er dann selbst diesem traurigen Nachmittag noch etwas abgewinnen. „Wenn ich das richtig sehe, sind wir durch den Punkt einen Platz nach oben auf Rang sieben gerutscht.“ Um den Galgenhumor dabei zu bemerken, musste man indes kein Blitzmerker sein.