Drotboom-Truppe holt ein 0:2 auf, trifft mehrfach Pfosten und Latte, steht beim SC West aber am Ende beim 2:3 mit leeren Händen da
Nach dem 0:5 im Niederrheinpokal-Halbfinale gegen Rot-Weiss Essen am Mittwoch war es für den Oberligisten TV Jahn Hiesfeld wichtig, auf dem Platz wieder ein positives Gefühl zu bekommen. Davon war die Mannschaft von Trainer Thomas Drotboom auch gar nicht so weit entfernt, musste dann am Ende im Spiel beim SC West aber zu viele Nackenschläge einstecken, um beim 2:3 auch nur einen Punkt mit nach Hause zu nehmen.

Die Frühpahse des Spiels lief dabei für die Dinslakener erst einmal gar nicht gut. „Da haben wir eine gute Viertelstunde komplett verschlafen und durch Dennis Ordelheide und Jeff Gyasi zwei Gegentore kassiert“, schilderte Drotboom, der das dann aber als verspäteten Weckruf bei seiner Mannschaft ankommen sah. Denn die gab nun mehr Gas, was auch gleich zum Anschluss durch Kevin Menke führte, in Folge einer sehenswerten Kombination in der 23. Minute. „Da haben wir gut den Ball laufen lassen und von da an ohnehin ziemlich guten Fußball gespielt“, fügte der Coach an. Beinahe wäre unmittelbar danach der Ausgleich gefallen, doch Menkes zweitem Treffer stand die Latte im Wege, nicht das letzte Aluminium zwischen Ball und Torschrei auf Hiesfelder Seite an diesem Sonntag.

Nun überschlugen sich die Ereignisse. Schiedsrichter Maximilian Fischedick entschied auf Strafstoß für die Gastgeber, bei denen Julien Schneider sein Debüt als Chefcoach feierte. „Also das war für mich schon sehr fragwürdig, vor allem wenn ich das mit einer Szene dann später bei uns vergleiche, als die Pfeife des Schirisstumm blieb. Dafür hatte ich dann schon ziemlich wenig Verständnis“, ärgerte sich Drotboom. Musste er aber gar nicht, denn Keeper Kevin Hillebrand parierte den Strafstoß von Simon Deuß. „Danach hätten wir schon vor der Pause das 2:2 machen können, müssen, das ist wohl Geschmackssache“, äußerte Drotboom. Insgesamt sollte in den 90 Minuten aber dreimal der Qurbalken und einmal der Pfosten im Weg stehen.

In der Kabine äußerten dann nach der ersten Hälfte einige Spieler ihre Bedenken, dass die Kraft nach dem Pokalspiel am Mittwoch vielleicht etwas knapp werden könnte. Doch das Team kämpfte bis zum Umfallen, und wurde nach 70 Minuten auch belohnt. „Das war dann mehr ein Tor des Willens, wie Joel Zwikirsch den Ball zum 2:2 über die Linie gebracht hat. Danach hat er dann noch in einer weiteren Szene den Torwart umkurvt, schiebt den Ball aber gegen den Pfosten“, schildert der Hiesfelder Trainer. Es sollte der letzte Alu-Kontakt des Tages sein. Mit einem 2:2, so fügte Drotboom an, hätten wohl alle Seiten nach dem Verlauf des Spiels leben können, doch es kam anders. Gleich vier Hiesfelder bekamen einen Ball im Strafraum nicht geklärt und schafften es, dass dieser beim einzigen vorhandenen Düsseldorfer landete. „Und wie der dann von Andrej Hildenberg über die Torlinie geht, kann man nur noch als Slapstick bezeichnen. Und so stehen wir dann wieder mit leeren Händern da“, sagte ein etwas trauriger Coach.

Immerhin hat die Mannschaft mit dieser Einstellung und Willensstärke aber den Kritikern den Wind aus den Segeln genommen, die nach der Verzicht auf einen möglichen Aufstieg ein Abschenken der restlichen Saison vermutet hatten. „Die Zuschauer, die heute am Platz waren, haben gesehen, dass davon keine Rede sein kann. Jetzt wäre es gut, wenn wir am Donnerstag gegen Fischeln drei Punkte einfahren und danach dann zehn Tage Zeit haben, und ordentlich zu erholen“, erklärte Drotboom.