Fußball-Oberligist TV Jahn Hiesfeld muss sich wohl darauf einstellen, auch einen Großteil der restlichen Spiele in der Meisterschaft nicht im eigenen Stadion austragen zu können. Der Rasenplatz ist weiterhin gesperrt, die Tragschicht „in der jetzigen Form nicht auf lange Sicht zu halten“, sagt Marcel Sturm, Sprecher der Dinslakener Stadtverwaltung. Der Rasen sei nach 27 Jahren in einem schlechten Zustand, „das würde immer wieder zu Problemen führen. Und die zeitlichen Abschnitte, wann der Rasen unbespielbar wäre, würden mit den Jahren immer länger.“ Ob die „Veilchen“ ihr nächstes Heimspiel am 4. Februar gegen den VfB Hilden dort austragen können, ist mehr als fraglich: „Dazu lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt keine Prognose treffen“, so Sturm. „Die Situation ist extrem wetterbedingt.“

Trainer Thomas Drotboom, der sich mit der Mannschaft am Wochenende im hessischen Bad Soden auf die Restsaison vorbereitete, rechnet schon jetzt vorerst nicht mit einer Rückkehr auf den heimischen Rasen: „Eventuell ziehen wir gegen Hilden wieder nach Lohberg um, gegen den SV Straelen (18. Februar) gehen wir wohl auf Kunstrasen“, sagt der 51-Jährige. Ihr letztes Heimspiel auf eigenem Rasen bestritt seine Elf in der Meisterschaft am 24. September, am 3. Oktober gab’s noch ein Testspiel gegen den MSV Duisburg. Danach absolvierten die „Veilchen“ zwei Oberliga-Partien und das Pokalspiel gegen den Wuppertaler SV in der Lohberger Dorotheen-Kampfbahn, die restlichen Begegnungen mit Heimrecht wurden auf dem maroden Kunstrasen an der Dorfstraße ausgetragen.

Eine kurzfristige Lösung für die Situation im Stadion am Rotbach ist nicht in Sicht, eine Aussage über einen Termin zur Rückkehr auf den Naturrasen bezeichnet der Rathaussprecher als „reine Spekulation“, das weitere Vorgehen werde die Stadt im engen Schulterschluss mit dem Verein überlegen. Ein genauer Zeitraum und der Umfang der Arbeiten könne derzeit nicht benannt werden, so Sturm: „Wir gehen davon aus, im Laufe der nächsten zwölf Wochen mehr sagen zu können.“ Dann befinden sich die Hiesfelder schon kurz vor dem Endspurt in der Oberliga. Als Alternative schlägt die Stadtverwaltung lediglich vor, „in Absprache wäre ein Ausweichen auf andere Platzanlagen wie zuletzt beim VfB Lohberg grundsätzlich eine denkbare Möglichkeit“.

Im Taunus nutzte Trainer Drotboom die Gelegenheit, mit seinen Schützlingen einige Dinge anzusprechen, „die wir in der Rückrunde angehen wollen“. Am Samstag standen Training und ein Mini-Turnier an. Gegen Gastgeber Bad Soden setzte sich der TV Jahn in 45 Minuten mit 6:2 durch, gegen den Bezirksligisten SV Uedesheim gab es eine 0:3-Niederlage. Bis auf den urlaubenden Torwart Kevin Hillebrand waren alle Spieler des Kaders vor Ort. Bis auf Kapitän Kevin Corvers (nach Knie-Operation) sowie die angeschlagenen Robin Riebling (krank) und Lennart Laader (Sehnenentzündung im Knie) kamen alle zum Einsatz.

Beim Hallenturnier des Verbandsligisten SG Bad Soden gewann der TV Jahn seine Vorrundengruppe durch Siege gegen den Gastgeber (2:1), Bayer Uerdingen (5:0) und die DJK Flörsheim (1:0) bei einem Unentschieden gegen die Spvgg Oberrad (1:1) und einer 1:2-Niederlage gegen 1960 Hanau. Im Halbfinale setzte sich das Team nach einem 3:3 im Siebenmeterschießen gegen die U19 des FSV Frankfurt durch, wobei Pascal Spors in Vertretung des an der Hüfte verletzten Alexander Gbür drei Siebenmeter hielt.

Im Endspiel gab’s eine knappe 2:3-Niederlage gegen Oberrad, als Lohn 200 Euro Prämie und einen Pokal. „Die Ergebnisse waren im Endeffekt nebensächlich“, sagte Thomas Drotboom, machte aber zugleich eine deutliche Ansage: „In der nächsten Woche müssen wir im Training Gas geben.“

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