Lohberger gewinnt mit fünf Siegen in fünf Spielen die Meisterschaft in der Halle. VfB Zweiter vor Oberligist Hiesfeld. Von Leon Elspaß und Timo Kiwitz

Sie fegten über alle hinweg und durften sich schlussendlich wohlverdient mit dem Wanderpokal ablichten lassen. RWS Lohberg, von vielen zuvor als Topfavorit bei der Dinslakener Fußball-Stadtmeisterschaft gehandelt, wurde der hohen Erwartungshaltung gerecht. Jede ihrer fünf Partien gewann die diesjährige Siegermannschaft, erzielte dabei 19 Treffer und kassierte nur einen. Ali Acabuga, der RWS-Vorsitzende, begeisterte sich an der „puren Dominanz“ seines Teams. Hatte der Bezirksligist im Vorjahr noch dem TV Jahn Hiesfeld den Vortritt lassen müssen, eroberten sich die Lohberger nun souverän und verdient den Titel zurück.

Als herausragenden Grund für den Turniererfolg nannte RWS-Coach Ahmet Tutal, dass seine Spieler „einfach Spaß hatten“. Hinzu kam freilich, dass Tutal über die technisch versiertesten Akteure verfügen und sich in den entscheidenden Situationen auf seine Torleute Baris Tekin und Kerem Yildiz verlassen konnte. Insbesondere letzterer überragte und hatte großen Anteil am 3:1-Erfolg über Oberligist TV Jahn. Als „Mann des Spiels“ rühmte Tutal seinen Schlussmann, der in der Liga zumeist auf der Bank Platz nehmen muss. Insgesamt erfreute sich der Coach an „einer tollen Mannschaftsleistung, schönen Kombinationen und einem verdienten Turniersieg“.

Gleichfalls zufrieden war hernach Siegfried Sonntag, der Trainer des zweitplatzierten Ausrichters VfB Lohberg. Nachdem die in der Bezirksliga stark abstiegsgefährdeten „Knappen“ bereits am Freitag beim eigenen Erich-Laskawi-Turnier auf Platz zwei abgeschlossen hatten, gelang der nächste überzeugende Auftritt. „Auch dieses Turnier war wieder wichtig für unser Selbstvertrauen“, meinte Sonntag. Einzig gegen den direkten Nachbarn RWS verlor der VfB, präsentierte sich ansonsten stabil und spielfreudig. Nach einer langen Sperre war auch Onur Baran wieder dabei. Im Sommer vom TV Jahn Hiesfeld II gekommen, darf er nun endlich im gelb-schwarzen Trikot auflaufen, laut Sonntag „eine wichtige Verstärkung“. Auf dem Parkett wusste Baran bereits zu überzeugen.

Dessen ehemaliger Verein hingegen enttäuschte über weite Strecken und musste sich als Vorjahressieger nach Niederlagen gegen die beiden Lohberger Teams mit Rang drei zufriedengeben. Auch gegen die SGP Oberlohberg behielt der TV Jahn nur mit viel Mühe mit 2:1 die Oberhand. „Wir sind heute einfach nicht richtig in die Gänge gekommen“, seufzte Hiesfelds Co-Trainer Markus Kay hinterher. „Wir haben natürlich noch ein paar andere Ziele in dieser Saison, hätten den Titel aber gerne mitgenommen. Im nächsten Jahr wollen wir uns das Ding auf jeden Fall wieder zurückholen“, so Kay. Jahn-Chefcoach Thomas Drotboom war gegen Ende des Turniers nur noch auf den Zuschauerrängen zu finden, nachdem ihn der Referee im Laufe der Partie gegen RWS wegen lautstarker Kritik an seiner Leistung der Bank verwiesen hatte.

Auf Platz vier reihte sich der A-Ligist SGP Oberlohberg ein. „Nicht unzufrieden“ war damit Trainer Jens Szopinski. „Wir konnten die Spiele verletzungsfrei abschließen, waren gegen Hiesfeld ganz nah dran am Remis und haben uns in diesem starken Teilnehmerfeld mit der Hallenmannschaft RWS insgesamt gut präsentiert.“ Mit diesem Eindruck, meinte Szopinski, gehe er sehr positiv gestimmt in die Rückrundenvorbereitung.

„Wir nehmen davon Abstand, ein Futsal-Team zu gründen“, nahm Thorsten Schramm, Übungsleiter des fünftplatzierten SuS 09, das Abschneiden seines Teams auch mit ein wenig Galgenhumor. „Wir sind einfach keine Hallenmannschaft, fühlen uns auf dem großen Feld viel wohler, das hat man heute wieder gesehen“, erklärte Schramm, der nur sieben Akteure aus dem Kader der „Ersten“ zur Verfügung hatte und noch Dominik Perkuhn aus der dritten Mannschaft dazu holte.

Ähnliche Personalsorgen hatte B-Ligist SC Wacker, der am Ende punktlos blieb. „Den Jungs hat das Laskawi-Turnier vom Freitag auch noch in den Knochen gesteckt“, meinte Übungsleiter Julien Wans, dessen Team nur beim 3:4 gegen den SuS an einem Punktgewinn schnupperte.

Quelle: RP