Der Oberligist aus Hiesfeld kickt am Sonntagmittag doch auf dem heimischen Geläuf gegen den 1. FC Bocholt. Der ursprüngliche Ausweichplatz in Oberlohberg ist nicht bespielbar. Hiesfelder Defensivabteilung ist geschwächt. Von Gerard Dombrowski

Thomas Drotboom hatte am Freitag einen Termin in Ingolstadt. Sein neues Auto stand zur Abholung bereit.

Der Trainer des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld wartete am Mittag beim Hersteller darauf, dass er aufgerufen wurde. Kurz nach 13 Uhr war es soweit, wenig später durfte er in den Audi A6 einsteigen und zurück in die gewohnte Richtung Niederrhein düsen.

Die Gefahr, dass sich Drotboom mit dem PS-starken Vehikel auf dem Weg zum nächsten Heimspiel der „Veilchen“ gegen den 1. FC Bocholt am Sonntag um 14.15 Uhr verfahren könnte, sank fast zeitgleich auf den Nullpunkt: Der zunächst geplante Umzug nach Oberlohberg ist abgesagt, die Partie wird auf dem Hiesfelder Kunstrasen an der Dorfstraße ausgetragen.

Kommando zurück, hieß die Devise nach der gestrigen Begehung des Rasens bei der SGP durch eine Platzkommission: Das Spielfeld ist wegen der schlechten Witterungsverhältnisse gesperrt. Tragisch findet das in Hiesfeld bestimmt nicht jeder. Selbst der Coach ordnet ein: „Gerade gegen Bocholt ist es nicht verkehrt, wenn wir auf unserem Kunstrasen spielen.“ Das Team von Trainer Manuel Jara, als selbsternannter Aufstiegsfavorit gestartet, blieb zwar bisher als Tabellendreizehnter weit hinter den Erwartungen, stellt aber nach wie vor einen technisch und läuferisch starken Kader. Seit vier Spielen ist die Elf vom Hünting ungeschlagen. Für Qualität im Angriff bürgt nicht zuletzt Philipp Goris, der mit elf Treffern nur dreimal weniger erfolgreich war als Hiesfelds Kevin Menke, mit dem er einst zusammen bei Rot-Weiß Oberhausen auflief. „Bocholt hat eine Riesentruppe. Mit der Besetzung müssten die mit acht Punkten Vorsprung Erster sein“, sagt Hiesfelds Trainer, der aber auch glaubt: „Wenn wir die Bocholter schlagen, holen die uns wahrscheinlich bis zum Ende nicht mehr ein.“ Goris‘ Kreise und die seiner Offensivkollegen einzuengen, wird eine entscheidende Aufgabe für die Jahn-Verteidigung darstellen.

Nur die Besetzung dieses Mannschaftsteils bereitet Jahn-Trainer Thomas Drotboom noch Kopfzerbrechen, vor allem die linke Seite. Kapitän Kevin Corvers, vor kurzem erst nach langwieriger Knieblessur aufs Spielfeld zurückgekehrt, hat sich nun am anderen Knie verletzt. Dazu sind Robin Riebling und Dennis Wichert angeschlagen.

Daher könnte sich für Lennart Laader die Chance bieten, seine zuletzt guten Trainingsleistungen zu bestätigen.

Quelle: RP