Die Partie gegen den 1. FC Bocholt trägt der Oberligist am Sonntag auf dem heimischen Kunstrasen aus. Kapitän Kevin Corvers kämpft erneut mit Knieproblemen.
Den ersten Erfolg kann Thomas Drotboom schon feiern, bevor es überhaupt richtig zur Sache gegangen ist. Ursprünglich sollte der Trainer des TV Jahn Hiesfeld mit seiner Mannschaft nämlich am Sonntag (14.15 Uhr) auf der Anlage der SGP Oberlohberg gegen den 1. FC Bocholt antreten, weil der Rasen im heimischen Stadion am Freibad weiter gesperrt ist. Nun allerdings wird die Oberliga-Partie auf dem Hiesfelder Kunstrasen ausgetragen – so hatte es sich Drotboom schon am Dienstag ausdrücklich gewünscht.

Und zwar aus Gründen, die im Prinzip auf der Hand liegen. „Wir kommen uns ja vor wie eine Pilgertruppe, die jede Woche ihren Bollerwagen packt“, sagt der Trainer, „und dann mal hier oder da spielt. Das mag ich nicht gerne.“ Bislang war Drotboom mit seiner Mannschaft stets in die Dorotheen-Kampfbahn ausgewichen. Weil der VfB Lohberg dort jedoch zeitgleich antritt, fiel diese Option nun weg. Auch teamintern ist der ständige Spielortwechsel freilich ein Thema, das immerhin mit dem nötigen Humor betrachtet wird. „Natürlich belächeln die Jungs das alles und fragen mich, wo sie diesmal hinkommen sollen“, witzelt auch der 51-jährige Coach.

Neben dem ganzen Spielort-Wirrwarr vergisst Drotboom indes glücklicherweise nicht, dass es auch noch um wichtige Punkte geht – und die Partie gegen Bocholt mit Sicherheit kein Zuckerschlecken wird. „Das ist ein dicker Brocken, der da auf uns wartet“, ist sich der Trainer sicher. „Ich sehe die Bocholter als sehr starke Mannschaft, auch wenn sie in der Tabelle nicht so dastehen wie gewünscht.“ Tatsächlich belegen die Schwarz-Weißen aktuell den 13. Rang, obwohl sie mit Aufstiegsambitionen in die Saison gestartet waren.

Trotzdem werden die Hiesfelder am Sonntag mit reichlich Selbstvertrauen antanzen, nicht zuletzt wegen des überraschenden Pokalsieges gegen den Wuppertaler SV vor Wochenfrist. „Das war ein kampfbetontes Spiel, denn mit Schönspielerei kommt man gegen Wuppertal nicht weit. Aber jetzt steht wieder der Alltag vor der Tür“, betont Drotboom. „Wir müssen da weitermachen, wo wir am vergangenen Samstag aufgehört haben und aus einer stabilen Defensive heraus Nadelstiche setzen.“

In der Hintermannschaft muss der Trainer aber einen seiner wichtigsten Spieler ersetzen: Kapitän Kevin Corvers fällt erneut aus. „Jetzt hat er Probleme mit dem anderen Knie“, berichtet Drotboom. „Er war schon im MRT und bei zwei verschiedenen Ärzten, Näheres erfahren wir aber erst nächste Woche.“ Angeschlagen sind zudem Robin Riebling und Dennis Wichert. Doch der 51-jährige Coach ist zuversichtlich, die Ausfälle angemessen auffangen zu können. „Wir haben ja noch unsere jungen Wilden, die zu einhundert Prozent da sind, wenn sie gebracht werden“, sagt Drotboom hoffnungsvoll. Bleibt also zu hoffen, dass sie das am Sonntag auf dem heimischen Kunstrasen wieder unter Beweis stellen.