Der Oberligist empfängt im Niederrheinpokal am Samstag den Wuppertaler SV und ist der klare Außenseiter. Dennoch besteht die Mini-Chance.
Leider ist das Leben kein Wunschkonzert. Denn wenn dem so wäre, würde der TV Jahn Hiesfeld am Samstag (14 Uhr, Dorotheen-Kampfbahn) im Niederrheinpokal-Viertelfinale nicht auf den Wuppertaler SV treffen. Dafür hätte Trainer Thomas Drotboom gesorgt. „Ich habe mir ehrlicherweise einen anderen Gegner gewünscht“, sagt der Coach des Oberligisten ohne Umschweife. „Einen, den man besiegen kann.“
Natürlich, auch die Wuppertaler sind keineswegs unbezwingbar. Nur ist die anstehende Aufgabe schon eine ziemlich gewaltige. Das freilich weiß auch Drotboom ganz genau, doch im Fußball ist bekanntlich sehr viel möglich – und somit lodert die Flamme der Hoffnung auf einen Überraschungssieg. „Aber dafür brauchen wir einen Top-Tag, die Jungs müssen Gras fressen“, erklärt der 51-Jährige und ergänzt selbstbewusst: „Der WSV hat eine gute Truppe, Hiesfeld allerdings auch.“

Immerhin steht der gesamte Verein hinter der Mannschaft, denn spätestens seit dem Erreichen des Endspiels vor nunmehr dreieinhalb Jahren – gegen den damaligen Drittligisten MSV Duisburg waren die Dinslakener erwartungsgemäß chancenlos und verloren mit 2:5 – lebt der Traum, dieses Kunststück einmal zu wiederholen. Entsprechend hoch ist der Stellenwert des Wettbewerbs – für Coach Drotboom ebenfalls. „Ich würde auch gerne mal ins Finale“, sagt er, „für einen kleinen Oberliga-Trainer wäre das ein großes Highlight.“

Zunächst einmal liegt der Fokus jedoch auf der Partie gegen den Regionalligisten aus Wuppertal und dem Wiedersehen von Drotboom und Trainer-Kollege Stefan Vollmerhausen. „Ich freue mich auf Stevie, wir schreiben noch manchmal miteinander, aber ich wäre lieber in einem Freundschaftsspiel gegen ihn angetreten“, bekundet der Hiesfelder Coach.

Denn für freundschaftliche Befindlichkeiten bleibt am Samstag kaum Zeit, schließlich steht eine Menge auf dem Spiel. Auf die leichte Schulter wird der Favorit den Oberligisten daher sicherlich nicht nehmen. Trotzdem hofft Drotboom auf etwaige Nachlässigkeiten der Wuppertaler: „Vielleicht hat der Gegner ja doch im Hinterkopf, dass wir eine Liga tiefer spielen.“

Personell sieht es derweil gut. Danijel Gataric hat sich unter der Woche wieder zurückgemeldet, und auch der angeschlagene Keeper Kevin Hillebrand wird bis Samstag fit sein. „Wir sind grundsätzlich gut besetzt“, verspricht der Trainer zuversichtlich. Und wer weiß, vielleicht geht ja schon bald ein erster Teil seines Traums vom Finale in Erfüllung. Selbst wenn das Leben kein Wunschkonzert ist.