Kevin Menke hat für den Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld schon einige wichtige Treffer erzielt. Der langjährige Mannschaftsbetreuer Stefan „Stoffel“ Kratzer hat sie in seiner Statistik aufgeführt und unlängst auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Gegen TuRU Düsseldorf gelang Menke am 1. November in Lohberg das 350. Oberliga-Tor der „Veilchen“, auch das 300. und das 250. gingen schon auf sein Konto. Gestern fügte die Nummer 9 ihrer Erfolgsbilanz eine neue Kategorie hinzu: Der Stürmer traf als einziger im Spiel gegen das Schlusslicht DSC 99 Düsseldorf und verhalf seinem Team durch den 1:0 (1:0)-Sieg erstmals zur Tabellenführung in der fünfthöchsten Spielklasse.

Anfangs wurden auf dem Kunstrasen noch Nettigkeiten ausgetauscht. Schließlich kam der Gast mit Trainer Jörg Vollack, der selbst bis vor knapp zwei Jahren an der Dorfstraße verantwortlich die Übungseinheiten leitete – zusammen mit seinem Nachfolger Thomas Drotboom und Torwarttrainer Uwe Roscher. Die drei plauderten vor dem Anpfiff auf dem Platz, danach machte die Freundschaft für 90 Minuten zumindest in sportlicher Hinsicht Pause. „Normalerweise haben wir hier keine Chance“, machte sich Vollack jedoch kaum Hoffnungen auf einen Erfolg.

Beide Teams schienen die Befürchtungen anfangs zu bestätigen. Der DSC suchte sein Heil in der Defensive und mühte sich, den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten, der TV Jahn zog sein Spiel geduldig auf, suchte Lücken, fand sie früh, führte nach sieben Minuten. Pascal Spors hatte auf Kevin Menke abgelegt, der fackelte nicht lang, sein Flachschuss passte aus gut 15 Metern ins linke untere Eck. „In der ersten Viertelstunde hatten wir keinen Zugriff“, meinte Vollack richtig, „schade, dass in der Zeit das Tor fiel“.

Joel Zwikirsch hätte in der 21. Minute nachlegen können, traf jedoch aus kurzer Distanz nur den Außenpfosten. Was dann passierte, gab Thomas Drotboom Rätsel auf. Anstatt weiter ihrer Linie zu folgen, verlor seine Elf nach und nach den Faden im Spielaufbau und offenbarte Schwächen in der Defensive. Den Gästen boten sich zunehmend Räume für Konter. Dass der Ausgleich nicht fiel, verdankten die „Veilchen“ hauptsächlich dem zweiten Mann im Team neben Kevin Menke, auf den konstant Verlass ist. Torwart Kevin Hillebrand vereitelte schon vor der Pause zwei Düsseldorfer Großchancen in höchster Not, nach dem Seitenwechsel avancierte er mit gut und gerne einer Handvoll Glanzparaden zum besten Spieler auf dem Platz.

„Du hältst ja doch mal ’nen Ball“, warf Jörg Vollack seinem einstigen Schützling später mit süß-saurer Miene zu. Das Kompliment hatte sich der Schlussmann redlich verdient. Dass ein Unentschieden für den Abstiegskandidaten letztlich verdient gewesen wäre, darüber mussten die Trainer nicht streiten. „Wenn du unten stehst, verlierst du so’n Spiel auch noch“, zuckte Thomas Drotboom mit den Schultern und gab zu: „Es war kein gutes Spiel von uns, aber wir hatten das nötige Glück und Kevin Hillebrand im Tor.“ Seiner Mannschaft, für die Ioannis Alexiou noch freistehend aus fünf Metern die größte Chance zum 2:0 verpasst hatte (69.), gab er trotzdem Glückwünsche auf den Weg: „Wir sind zum ersten Mal ganz oben, und wenn wir jedes Spiel 1:0 gewinnen, sind wir am Ende Meister.“

TV Jahn: Hillebrand; Riebling, Corvers, Alexiou, Kolberg, Krystofiak, Dalibor Gataric (64. Hirose), Mastrolonardo, Spors (81. Weßelburg), Menke, Zwikirsch (64. Schirru).

Quelle: RP