Als neuer Tabellenzweiter empfängt der TV Jahn Hiesfeld am Sonntag den Aufsteiger DSC 99 aus Düsseldorf zum 15. Spieltag in der Oberliga, und die Partie ist gleich aus verschiedensten Gründen kein Spiel wie jedes andere. Einer der Gründe ist fraglos, dass zumindest die Chance besteht, dass es sogar zum Sprung an die Tabellenspitze reichen könnte.

Denn würde das klare Schlusslicht besiegt und der SV Straelen verliert als Spitzenreiter parallel beim Vierten aus Baumberg, so würde der TV Jahn von der Spitze grüßen können. „Das wäre natürlich schon ein historischer Moment für den Verein. Wir haben uns mit der Mannschaft ein Ziel bis zur Winterpause gesetzt. Das werde ich hier jetzt sicherlich nicht verraten, aber es ist schon ziemlich ambitioniert. Es ist an uns, das jetzt umzusetzen, und das erfordert auch Disziplin. Klar ist aber: Wenn ich einmal etwas erreicht habe, dann möchte ich das nur ungerne wieder hergeben“, erklärt Trainer Thomas Drotboom.

Für seine Mannschaft und ihn ist die Partie aber auch noch aus einem anderen Grund etwas Besonderes. Denn mit Jörg Vollack kehrt als Coach des DSC der Trainer nach Hiesfeld zurück, der den TV Jahn von 2013 bis Ende 2015 recht erfolgreich trainierte und dann von Drotboom abgelöst wurde. „Wir haben ein sehr freundschaftliches Verhältnis, und ohne Jokel wäre ich wohl nie beim TV Jahn gelandet. Wir haben auch immer telefoniert, als er nicht als Trainer tätig war, uns immer wieder mal gesehen. Ich wünsche ihm auch alles Gute, inklusive Klassenverbleib, aber die Punkte dafür wird er anderswo holen müssen“, stellt Drotboom klar.

Für die meisten seiner Spieler, glaubt der Coach, wird es gar kein so spezielles Spiel werden. Für Pascal Spors, den Vollack seinerzeit aussortiert hatte, könnte das indes ein wenig anders aussehen, will er doch seinem ehemaligen Coach sicherlich noch einmal zeigen, wie falsch diese Entscheidung seinerzeit war. Personell entwickelt sich die Situation für Drotboom allmählich in den Bereich, dass er deutlich mehr topfitte Spieler als Plätze in der Startelf zur Verfügung hat. „Nico Klaß ist wieder da, ebenso trainieren Damiano Schirru und Dennis Wichert wieder mit, auch bei Maik Goralski sieht es schon wieder ganz gut aus. Sicherlich werden noch nicht alle spielen, aber es gibt deutlich mehr Optionen“, sagt Drotboom. Verzichten muss er lediglich auf Erkut Ay, der bei der zweiten einen Pferdekuss erlitten hatte, sowie wohl auf Danijel Gataric, den er schon am Sonntag hatte aus dem Spiel nehmen müssen und der danach pausiert hatte.