Der ganz große Wurf gelang dann doch nicht. Mit einem Sieg wäre Fußball-Oberligist TV Jahn Hiesfeld am Mittwochabend auf den zweiten Platz geklettert, bei einem Erfolg mit vier Toren Unterschied hätten die „Veilchen“ sogar Spitzenreiter SV Straelen abgelöst. Die krisengeschüttelte TuRU Düsseldorf hatte jedoch etwas dagegen und entführte mit dem 2:2 (2:1) einen Punkt aus der Lohberger Dorotheen-Kampfbahn. Der TV Jahn steht jetzt auf Rang vier.

Es bleibt eng in der oberen Tabellenhälfte. Den Primus aus Straelen und den Zehnten FC Monheim trennen gerade mal fünf Zähler. Hiesfeld und der Zweite Düsseldorf, das sich innerhalb von zehn Tagen erst vom Sportdirektor und dann vom Trainer getrennt hatte, lagen vor der Partie zwei Punkte auseinander. Der Abstand ist so geblieben, und das ist alles in allem ein gerechtes Ergebnis.

Markus Kay sah das ein wenig anders. „Zwei kuriose Bälle haben uns den Dreier gekostet“, sagte der Hiesfelder Co-Trainer, der Coach Thomas Drotboom (Urlaub) vertrat. Er meinte die beiden Gegentore fünf Minuten vor und fünf Minuten nach der Pause, die jeweils den Ausgleich bedeuteten. Erst senkte sich eine verunglückte Flanke von Jacob Ballah von der rechten Außenlinie hinter Jahn-Torwart Alexander Gbür ins Netz. Und beim zweiten Treffer setzte Saban Ferati einfach mal aus gut und gerne 30 Metern zum Schuss an. Gbür sah dabei trotz einer leicht flatternden Fluglinie nicht gerade glücklich aus. Und zum zweiten Mal war die schöne Führung des TV Jahn dahin.

Die Gelegenheit, mehr herauszuschlagen, hätte der TV Jahn in der ersten Halbzeit nutzen können. Lange waren die Hiesfelder besser im Spiel, wirkten geordneter, defensiv stabiler und hatten das Geschehen weitgehend im Griff. Vor Gino Mastrolonardos feinem Schlenzer zum 1:0 (22.) verhinderte einzig Düsseldorfs aufmerksamer Torwart Björn Nowicki bei einer Doppelchance in der fünften Minute und nach einer Viertelstunde gegen Joel Zwikirsch, dass die Hiesfelder schon frühzeitig einen satten Vorsprung herausgeschossen hatten. Doch mit dem Ausgleich aus dem Nichts bekamen die Gäste Oberwasser, auch wenn Kevin Menke mit dem 2:1 für den TV Jahn direkt vor dem Pausenpfiff die Signale vorübergehend wieder auf Grün stellte.

Denn mittlerweile hatte sich Düsseldorf besser auf die „Veilchen“ eingestellt, der erneute Ausgleich verschob die spielerischen Verhältnisse. Fortan wurde die Partie zerfahrener. Hiesfeld kam nur noch nach Standards dem Tor gefährlich nahe, wie Kevin Kolberg nach 50 und Kevin Menke nach 61 Minuten, während allein Vensan Kilic für die Gäste zwei gute Gelegenheiten versemmelte. Trotzdem: „Wir sind immer noch oben dran“, sagte Markus Kay, „das zählt am Ende.“

Quelle: RP