Fußball-Oberligist TV Jahn erwartet am Mittwoch TuRU Düsseldorf. Beim Gast wurde erst der Sportliche Leiter und dann der Trainer entlassen. Georg Mewes sollte bei der TuRU den Feuerwehrmann spielen, sagte dem Club aber ab. Von Gerard Dombrowski und Oliver Stolz

Es ist der gleiche Gegner wie zehn Tage zuvor, und doch ein ganz anderer. Als die Partie des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld gegen TuRU Düsseldorf am 22. Oktober wegen Schäden am Kunstrasenplatz der „Veilchen“ eine Viertelstunde nach dem geplanten Anpfiff abgesagt wurde, plauderten die Trainer Thomas Drotboom und Dennis Brinkmann noch über einen möglichen Nachholtermin. An Allerheiligen treffen die beiden Teams nun um 18 Uhr in der Lohberger Dorotheen-Kampfbahn aufeinander. Aber von den beiden Trainern ist am Mittwoch keiner dabei. Drotboom entspannt sich eine Woche lang im Urlaub und kehrt danach zu den „Veilchen“ zurück. Brinkmann ist seinen Job dagegen seit der 1:2-Niederlage am Sonntag gegen den VfB Speldorf los.

Bei der TuRU hat’s mächtig gekracht – und nicht nur der Übungsleiter bekam den Knall zu spüren. Schon vor einer Woche beendete der Düsseldorfer Vorstand das Arbeitsverhältnis mit seinem Direktor Sport, Bernd Meinhardt. Grund für die Trennung war, dass sich die sportliche Leitung nicht damit einverstanden zeigte, nach dem Ausfall der Begegnung in Hiesfeld Spieler der ersten Mannschaft für die Reserve in der Kreisliga A abzustellen.

„Das war das i-Tüpfelchen. Wir bedauern diese Situation sehr. Es war jedoch kein Einlenken möglich“, sagte Vereinsboss Heinz Schneider. Der wollte als Feuerwehrmann Hans-Georg Mewes vom Landesligisten SV Hönnepel-Niedermörmter zu Dennis Brinkmanns Nachfolger machen. Doch Mewes, vor einem Jahr noch beim TV Jahn Hiesfeld verantwortlich, sagte dem Traditionsclub aus Düsseldorf ab, für den er schon einmal gearbeitet hat. Nun hat der 63-jährige A-Jugend-Trainer Joe Knochen das Zepter mit den Assistenten Bernd Vittinghoff und Jan-Niklas Eickels bei der TuRU übernommen.

Beim TV Jahn beobachteten die Verantwortlichen die Entwicklung beim Rivalen mit Interesse – zumal einige Spieler des Gegners sich mit dem entlassenen Trainer solidarisch erklärten und offenbar an einen Abschied denken. „Wir bereiten uns genauso vor wie beim ersten Versuch“, sagt der Hiesfelder Co-Trainer Markus Kay. Er wird das Team mit Torwart-Trainer Uwe Roscher betreuen, für Dienstagvormittag ist die letzte Übungseinheit vor dem Anpfiff am Mittwochabend angesetzt. „Wir erwarten einen offensiven Gegner, der sich mit einer erfolgreichen Phase zu Saisonbeginn Selbstbewusstsein erarbeitet hat“, sagt Kay.

An Letzterem mangelt es den Hiesfeldern nach dem 2:0 gegen Schwarz-Weiß Essen auch nicht. Die Partie am Freitagabend habe Kraft gekostet. Aber, so Kay: „Selbst wenn wir derzeit einige Ausfälle haben, steht immer noch ein Team auf dem Platz, das jeden schlagen kann.“

Quelle: RP