Hiesfelder Fußball-Oberligist unterliegt der SSVg Velbert mit 1:2 und dümpelt nun im Mittelfeld der Tabelle. Auf dem Kunstrasen gingen die Gastgeber zwar durch Kei Hirose in Führung. Doch danach fiel der Mannschaft nichts mehr ein. Von Gerard Dombrowski
Der ganze Frust entlud sich in der letzten Minute. Kei Hirose lag, von einem gegnerischen Spieler gefällt, am Boden, während ein Teil seiner Mitspieler wütend auf den Übeltäter zustürmte. Großes Gerangel, ein Schubser hier, ein Rempler dort, Hiesfelder und Velberter brüllten sich an. Der TV Jahn lag in der Fußball-Oberliga 1:2 zurück, und auch in der hektischen Schlussphase wollte der Ball nicht noch mal ins Netz der SSVg. Die wilde Szene in der Nachspielzeit endete mit einer Gelb-Roten Karte für den Velberter Massimo Mondello und Gelb für Pascal Spors. Mehr Zählbares kam nicht heraus. Nico Klaß setzte den fälligen Freistoß an die Querlatte des Gästetores, Hiesfeld verlor 1:2 (1:1).

Ein Schritt vor, zwei zurück, einer vor und wieder zurück: Die „Veilchen“ finden im bisherigen Saisonverlauf keinen Rhythmus, sie geraten nach guten Vorstellungen immer wieder aus dem Takt. Das aktuelle Déjà-vu: Vor einer Woche schwärmte Trainer Thomas Drotboom nach dem 5:2 in Fischeln von seinen Schützlingen, an diesem Sonntag war auf dem heimischen Kunstrasen von Kunststücken kaum etwas zu sehen.

Sicher spielte diesmal der Schiedsrichter eine unrühmliche und unglücklicherweise sogar spielentscheidende Rolle. Thomas Dickmann traf während der gesamten 90 Minuten in der Zweikampfbewertung meistens die falschen Entscheidungen, am krassesten aber in der 53. Minute: Nachdem Velberts Michael Smykacz den Ball im Strafraum neben das Tor gesetzt hatte und dabei mit Kevin Kolberg zusammengerasselt war, entschied der Unparteiische zur Überraschung der meisten Spieler und Zuschauer auf Elfmeter und zeigte Kolberg auch noch die Gelbe Karte. Manuel Schiebener verwandelte zum 2:1 für die Gäste, es blieb der letzte Treffer der Partie, trotz aller Bemühungen der Hiesfelder.

Dies lag freilich nicht allein daran, dass die Gastgeber durch falsche Pfiffe benachteiligt wurden, sondern an der eigenen Einfallslosigkeit und mangelnden Durchsetzungsfähigkeit. Was so gut mit Kei Hiroses Führungstor in der elften Minute begonnen hatte, entpuppte sich als Strohfeuer. Auf der linken Außenbahn war der TV Jahn immer wieder anfällig, gefühlt fast jeder Velberter Angriff lief über die Seite und führte regelmäßig zu gefährlichen Situationen. Und so konnte sich Drotbooms Elf nach dem Ausgleich durch Aliosman Aydin (19.) bei Torhüter Kevin Hillebrand bedanken, dass sie nicht bereits zur Pause hinten lag.

„Wir wollten Velbert in der Tabelle hinter uns lassen, jetzt liegen sie einen Punkt vor uns“, seufzte der Hiesfelder Trainer hinterher, der bei allem Ärger über Fehlentscheidungen fair zugab: „Wir können nicht immer alles auf den Schiedsrichter schieben.“

hm war ja auch nicht entgangen, dass von den Flügeln zu wenig Impulse kamen, dass Damiano Schirru und Kevin Menke in vorderster Linie praktisch nicht stattfanden und seine Mannschaft es in der zweiten Halbzeit nicht schaffte, aus dem Spiel heraus zwingende Akzente zu setzen. Zwei Freistöße von Nico Klaß, einer knapp drüber, der letzte an die Latte, und ein Fernschuss von Robin Riebling neben das Tor – das war’s. „So reicht es leider nicht für ganz oben“, meinte Drotboom für den Tabellensiebten.

TV Jahn Hiesfeld: Hillebrand; Wichert (25. Riebling), Klaß, Krystofiak, Kolberg, Mastrolonardo, Danijel Gataric (77. Spors), Dalibor Gataric (67. Jahny), Menke, Hirose, Schirru.

Quelle: RP