Fußballfans gelten gemeinhin als leidensfähig, und das müssen sie ja in der Tat auch oft sein, inzwischen ja sogar beim FC Bayern München. Leicht haben es Heimfans derzeit auch beim TV Jahn Hiesfeld nicht. Denn immer dann, wenn das Team von Trainer Thomas Drotboom auswärts erreichte Lorbeeren mit einem Heimsieg veredeln könnte, will das bisher nicht so recht gelingen. So auch beim 1:2 gegen die SSVg Velbert am Sonntagnachmittag.

Dabei begann die Partie eigentlich sogar mit etwas, das sich Drotboom ausdrücklich gewünscht hatte. Denn zuletzt hatte er nach dem 5:2-Sieg in Fischeln geäußert, dass sich Mittelfeld-Wusler Kei Hirose nur noch mit einem Tor für seine Leistungen belohnen müsse. Das tat er am Sonntag nach elf Minuten. „Das war wirklich schön gespielt, danach haben wir das Fußballspielen aber schon bald eingestellt“, verriet Drotboom, der von der Führung nur acht Minuten etwas hatte. Denn da glich Velberts Aliosman Aydin zum 1:1 aus. „Und danach kam von uns dann wirklich gar nichts mehr.“

Viel zu früh habe sein Team im Spiel begonnen, mit langen Bällen zu operieren. „Wir hätten es lieber unten herum probieren sollen. Kevin Menke hat gegen zwei Hünen in der Verteidigung gespielt, da konnte er kaum allzu viele Duelle in der Luft gewinnen“, bemerkte Drotboom zu Recht. In der Pause seien dann noch einmal ein paar Dinge angesprochen worden, die der TV Jahn besser machen wollte. „Das hat dann so aber auch nicht funktioniert“, räumte Drotboom ein. Den Siegtreffer erzielte Manuel Schiebener bereits in der 54. Minute, danach wurden die Bemühungen der Hiesfelder eher noch unkontrollierter. „Wir werden dann in solchen Situationen für mich auch oft zu hektisch, auch wenn dann noch über eine halbe Stunde zu spielen ist. Da wird dann zu schnell die Brechstange ausgepackt“, monierte der Coach.

Zudem habe es dann auch noch ein paar Schiedsrichter-Entscheidungen gegeben, die Drotboom nicht nachvollziehen konnte. „Der Gipfel war dann kurz vor dem Ende eine Gelb-Rote-Karte gegen einen Velberter, der vorher noch gar nicht verwarnt war. Aber das war auch nicht der Grund, warum wir verloren haben“, fügt er an. Vielleicht will die Mannschaft es vor heimischem Publikum auch einfach zu gut machen. Doch eine gute Nachricht gibt es: Sowohl das Niederrheinpokal-Achtelfinale am Mittwoch gegen Hamborn 07 als auch die kommende Oberliga-Partie am Sonntag in Cronenberg finden auf fremden Plätzen statt. Erst danach müsste der TV Jahn wieder versuchen, den Heim-Bock umzustoßen. Bis dahin ist Velbert erstmal Dritter, während sich die Hiesfelder mit Rang sieben begnügen müssen.