Am Sonntag um 15 Uhr ist in der Oberliga der VfB Speldorf zu Gast, der noch ganz ohne Punkt ist – nur eine vermeintlich leichte Aufgabe?
„Wenn ich ganz ehrlich bin, dann sind es diese Spiele, vor denen ich immer ein wenig Bammel habe“, sagt Hiesfelds Trainer Thomas Drotboom vor dem Vergleich am Sonntag um 15 Uhr mit dem VfB Speldorf in der Oberliga. Und in der Tat ist es genau das Szenario, bei dem alle auch zu so einem frühen Zeitpunkt einfach einen Sieg erwarten. Die Hiesfelder sind mit sieben Zählern exzellent gestartet und spielen daheim, der Gast aus Speldorf steht nach drei Spielen noch ohne Zähler da.
Anders ausgedrückt: Ein Sieg würde als normal empfunden, eine Niederlage als Blamage. Das ist selbstredend Unsinn, denn der Aufsteiger verfügt sicherlich über eine ordentliche Mannschaft. Davon konnten sich die Hiesfelder Mitte Juli in der Vorbereitung auch selbst überzeugen, als es gegen das Team des Ex-Profis Christian Mikolajczak nur ein 1:1 gab. „Wir hatten da natürlich bei weitem noch nicht die volle Kapelle dabei, aber Speldorf vielleicht auch nicht, das kann ich so jetzt gar nicht sagen. Ich habe den Jungs jedenfalls gesagt, dass sie in Straelen ein Riesenspiel gemacht haben, dass das aber alles keinen Nährwert hat, wenn wir am Sonntag gegen Speldorf einen mitbekommen.“

Angehen will der Coach die Aufgabe wie alle anderen Spiele auch, und nicht etwa versuchen, den womöglich mental angeschlagenen Gegner nach drei Spielen mit 2:9 Toren zu überrennen. „Ich habe auch keine Lust, dann ins offene Messer zu laufen. Die Speldorfer werden sicherlich tief stehen und auf ihre Chancen warten, was legitim ist. Wir müssen dann einfach Mittel finden“, stellt Drotboom klar.

Personell entwickelt sich der Hiesfelder Kader immer mehr in eine Situation, dass Drotboom die Qual der Wahl hat und auch mal Spielern weh tun muss. „Nachdem Kevin Kolberg ja relativ spät aus dem Urlaub gekommen war, hat sich Pascal Spors hinten so gut präsentiert, dass ich ihn da zunächst nicht rausnehmen konnte. Natürlich wird auch Kolle wieder spielen, so viel ist klar. Aktuell gefällt ihm das gar nicht, er ist aber dennoch ein perfekter Teamplayer. Das ist genau das, was ich von meinen Jungs erwarte“, sagt Drotboom, dem inzwischen auch Ekin Yolasan zur Verfügung steht, dazu kommt bald auch Niklas Jahny. Lediglich bei Kevin Corvers, der aktuell aber von Nico Klaß blendend vertreten wird, wollen sich alle Beteiligten noch Zeit lassen. Und ein wenig auf der Kippe steht auch Erkut Ay, der sich am Wochenende bei einem Einsatz für die Zweite leicht verletzte.

Wer eine Dauerkarte oder einen Mitgliedsausweis des MSV Duisburg vorlegt, hat künftig an den Kassenhäuschen des TV Jahn Vorteile. Denn dann kommt er, beginnend mit dem Spiel gegen Speldorf am Sonntag, zum ermäßigten Preis ins Stadion. „Ich würde mich persönlich sehr freuen, ein paar Fans in blau-weißer Kluft am Spielfeldrand begrüßen zu dürfen“, sagt Drotboom. Immerhin spielen aktuell vier ehemalige U19-Spieler des MSV in Hiesfeld, der MSV selbst unterhält ja bekanntlich keine Zweite Mannschaft mehr. Jeder, der sich auf den Weg macht, hat jedenfalls die Chance, vielleicht mitzuerleben, wie der TV Jahn am Sonntag im Reigen der vier Teams mit sieben Zählern sogar die Tabellenspitze übernimmt. „Sollte das passieren, wann auch immer, werde ich sofort die vorzeitige Beendigung der Saison beantragen“, scherzt der Coach.

Quelle:fupa.net