Es gab in der abgelaufenen Saison eine Phase, in der bei Kevin Menke nichts klappte. Sieben Partien in Folge traf der Spieler des TV Jahn Hiesfeld das Tor nicht – für einen Angreifer eine gefühlte Ewigkeit. Dass Menke es draufhat, zeigte er in der Rückrunde. Und wie. 17 seiner insgesamt 23 Treffer erzielte Menke in der zweiten Saisonhälfte. Fast hätte diese Ausbeute gereicht, um bester Torschütze in der Fußball-Oberliga Niederrhein zu werden. Doch diesen inoffiziellen Titel heimste sich Robin Hömig von den Sportfreunden Baumberg mit seinen 27 Treffern ein.
Es gab in der abgelaufenen Saison eine Phase, in der bei Kevin Menke nichts klappte. Sieben Partien in Folge traf der Spieler des TV Jahn Hiesfeld das Tor nicht – für einen Angreifer eine gefühlte Ewigkeit. Dass Menke es draufhat, zeigte er in der Rückrunde. Und wie. 17 seiner insgesamt 23 Treffer erzielte Menke in der zweiten Saisonhälfte. Fast hätte diese Ausbeute gereicht, um bester Torschütze in der Fußball-Oberliga Niederrhein zu werden. Doch diesen inoffiziellen Titel heimste sich Robin Hömig von den Sportfreunden Baumberg mit seinen 27 Treffern ein.

„Am drittletzten Spieltag habe ich noch gedacht, dass ich ihn noch packen kann. Aber es war ja trotzdem eine sehr gute Saison für mich“, sagt Kevin Menke. Und auch für die Mannschaft kann er ein positives Fazit ziehen. Nach einem verkorksten Start und Abstiegssorgen im Spätherbst berappelten sich die Hiesfelder. Am Ende landeten sie auf Platz sechs, nur Meister KFC Uerdingen war in der Rückrunde besser. Für Menke war der Teamgeist der Schlüssel zum Erfolg. „In der Mannschaft fühle ich mich einfach super wohl, und deshalb habe ich schon frühzeitig für die kommende Saison zugesagt“, sagt der 25-Jährige. Überhaupt ist Menke kein Spieler, den es ständig woanders hinzieht. Hiesfeld ist sein vierter Klub. Andere Spieler in seinem Alter kommen schon auf eine zweistellige Zahl an Vereinen. „Im Internet steht, dass ich noch für mehr Klubs gespielt habe. Das sind aber welche, von denen ich vorher noch nie gehört habe“, sagt Kevin Menke.

Er erklärt, wie seine fußballerische Laufbahn wirklich verlaufen ist. In der Jugend spielte der Oberhausener für Sterkrade 06/07. Mit 16 Jahren nahm er eine Auszeit vom Fußball. „Ich hatte Wachstumsprobleme, die richtig schlimme Schmerzen verursacht haben“, sagt Menke. Nach einer einjährigen Pause versuchte er es wieder. Und siehe da: Die Schmerzen waren weg.

In seiner zweiten A-Jugend-Saison wechselte Menke erstmals den Verein. Fortan spielte er für Adler Osterfeld. Dort überzeugte der quirlige Angreifer auf Anhieb und kam bereits mit 18 Jahren bei den Senioren zum Einsatz. Die ersten Torerfolge ließen nicht lange auf sich warten. Menkes Qualitäten sprachen sich in Oberhausen herum. Schon bald meldete sich der größte Klub der Stadt bei ihm. Rot-Weiß Oberhausen sah ihn als Perspektivspieler und holte ihn für die zweite Mannschaft.

Besonders der damalige Sportliche Leiter Hans-Günther Bruns, so erfuhr Menke hinterher, hatte sich für eine Verpflichtung stark gemacht.

Wenige Monate nach dem Wechsel erlebte der Angreifer schon ein Highlight. Ex-Nationalspieler Mario Basler trainierte damals die RWO-Profis. „Nach einem Training hat er mich angesprochen und gefragt, ob ich am Wochenende Zeit hätte“, erzählt Menke. Er hatte nichts vor, und so nahm Basler ihn mit zum Auswärtsspiel zum VfL Osnabrück. Menke kam in der Drittliga-Partie zwar nicht zum Einsatz. Trotzdem schwärmt er von diesem Tag noch heute. „Es war ein echtes Erlebnis, sich in so einem Stadion warmzumachen und die Stimmung zu erleben“, sagt Kevin Menke.

Bei der Stadtverwaltung beschäftigt
Später bestritt er für die erste Mannschaft noch vier Regionalliga-Spiele. Große Ambitionen, dauerhaft Mitglied im Profikader zu werden, hatte Menke aber nicht. Er wollte seinen Job bei der Stadtverwaltung Oberhausen nicht aufgeben. „Ich hatte damals auch schon einen kleinen Sohn, und mit dem wollte ich natürlich Zeit verbringen“, sagt Menke. 2014 sah er die Zeit für eine weitere Veränderung gekommen. Mehrere Klubs hatten Interesse an dem Angreifer. Jahn Hiesfeld erhielt am Ende den Zuschlag. Die Dinslakener konnten ihn auch mit der Aussicht auf ein kurzes Wintertrainingslager locken. Menke flog mit der Mannschaft Anfang 2015 in die Türkei und bereitete sich auf die Rückrunde vor. Dort erzielte er seinen sechsten Saisontreffer, eine Armverletzung bremste ihn dann aber aus.

Zum Start der neuen Spielzeit war Menke wieder fit, doch es lief überhaupt nicht. Die komplette Hinrunde blieb er ohne Treffer. Doch hängen ließ sich Menke nicht. Das zahlte sich aus. Mit fünf Toren leistete er einen Beitrag zu einer herausragenden Hiesfelder Rückrunde. Die Mannschaft holte Sieg um Sieg. Kein Oberliga-Team war in der zweiten Saisonhälfte besser. „Das war meine schönste Zeit als Fußballer“, sagt Menke. Es gab noch einen freudigen Grund im Privatleben. Sohn Lian bekam einen Bruder. Zur Familie Menke gehört nun auch der kleine Levi.

Die beiden sehen ihren Vater an drei Abenden in der Woche nur kurz. Dann fährt Kevin Menke von Oberhausen aus zum Training nach Hiesfeld. „In einer Viertelstunde bin ich am Platz. Das ist schon okay“, sagt der Fußballer. In der Kabine sitzt Menke dann mit Spielern zusammen, die er schon sehr lange kennt. Gino Mastrolonardo oder Kevin Kolberg waren auch schon bei RWO seine Teamkollegen. Ebenso Kevin Corvers, von dem Menke während dessen Verletzungspause die Kapitänsbinde übernahm.

Saisonstart am 13. August
Zuletzt hat er sie seltener gesehen. Menke nutzte die Sommerpause, um abzuschalten. Nun steht der Trainingsstart bevor. Die Oberliga-Saison beginnt am 13. August. „Es wäre schön, wenn wir eine gute Hinrunde spielen. Dann könnte es in der Tabelle noch weiter nach oben gehen.“

Er könnte sich übrigens vorstellen, noch viele Jahre für Hiesfeld zu spielen. Eine Einschränkung macht Menke. „Wenn sich ein ambitionierter Drittligist meldet, würde ich mir das natürlich anhören“, sagt er.

Es gibt genügend Beispiele von Fußballern, die mit Mitte 20 noch mal einen großen Sprung gemacht haben. Sollte Kevin Menke an seine starken Leistungen aus der abgelaufenen Rückrunde anknüpfen, könnte es auch einen Drittliga-Scout nach Hiesfeld verschlagen.

Quelle: NRZ.de
Denis de Haas
26.06.2017 – 01:10 Uhr